Unterstützung : Hilfe für junge Sportler in Pinneberg

Julian Willuhn

Sie wollen finanziell benachteiligten Jugendlichen Sportausrüstung finanzieren: Jan Dierbach von den Lions Pinneberg (von links), Katrin Kunstmann, VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke und Herrmann Kunstmann.

Pinneberger Lions und Modehaus Kunstmann finanzieren Ausrüstung für Nachwuchsathleten.

shz.de von
18. April 2018, 15:00 Uhr

Pinneberg | Beim Sportpolitischen Triathlon in der Theodor-Heuss-Halle sangen die Pinneberger Politiker noch das hohe Lied auf die Kraft des Sports. Integration. Zusammenhalt. Soziale Kompetenz. Doch was tun, wenn das Geld für Fußballschuhe, Schienbeinschoner oder Torwarthandschuhe einfach nicht da ist? Wenn Jugendliche aus finanzieller Not vom Vereinssport ausgeschlossen werden? Die Pinneberger Lions möchten Abhilfe schaffen. Der Verein übergibt 50 Gutscheine zu je 50 Euro für den Einkauf beim Sport- und Bekleidungsgeschäft Kunstmann an den VfL Pinneberg. Dort werden die Gutscheine an Kinder und Jugendliche weitergereicht – keineswegs ausschließlich für Fußballausrüstung.

„Die Aktion setzt genau da an, wo die staatliche Förderung aufhört“, freut sich VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke. Für die Vereinsmitgliedschaft gibt es Unterstützung durch Teilhabegutscheine. Für dringend benötigte Ausrüstung jedoch keinen Cent.

Lions und VfL entwickelten die Idee für die Gutscheine gemeinsam und trugen 2000 Euro zusammen. Das Modehaus Kunstmann legte noch einmal 500 Euro drauf. „Wenn Jugendliche aus finanziellen Gründen nicht mitmachen können, verabschieden sie sich am Ende vom Vereinssport“, so Hermann Kunstmann. Einer solchen Entwicklung wolle man entgegenwirken.

Lob für unbürokratische Hilfe

400 Kinder und Jugendliche spielen beim VfL Pinneberg Fußball. „Aus allen sozialen Schichten“, betont Hönke. Beim Verteilen der Gutscheine wolle man behutsam vorgehen. Trainer und Mitspieler sollen nichts von der Unterstützung durch Lions und Sportgeschäft erfahren. Bleibt bei den Einzeleinkäufen Geld übrig, sollen aus den Restbeträgen entweder weitere Gutscheine entstehen oder Übungsequipment für den Verein – wie Hütchen oder Leibchen – angeschafft werden. „Alles ganz unbürokratisch“, lobt Hönke.

Die Lions betonen die Wichtigkeit des Engagements vor Ort. Harald Schmidt – Lionsmitglied und Pastor der Lutherkirche – appelliert an alle Menschen in Pinneberg, die soziale Projekte ins Leben rufen können, sich bei den Lions zu melden: „Am Anfang ist es ja oft schwierig, den ersten finanziellen Impuls zu bekommen.“

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