Kreis Pinneberg : Hilfe für Jugendliche auf Jobsuche

Mit Hilfe von Jugendberufsagenturen sollen Schüler besser auf ihren ersten Job vorbereitet werden.
1 von 2
Mit Hilfe von Jugendberufsagenturen sollen Schüler besser auf ihren ersten Job vorbereitet werden.

Neues Netzwerk soll Schulabgängern den Weg in den Beruf ebnen. Ines Strehlau: Zu viele sind in Übergangsmaßnahmen beschäftigt.

shz.de von
07. Januar 2015, 16:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Viele Jugendliche haben Probleme, den Übergang vom Schul- ins Berufsleben zu schaffen. Deswegen soll es im Kreis Pinneberg bald eine Jugendberufsagentur geben. Die Agentur ist ein Netzwerk aus Behörden, die mit der Berufsberatung von Jugendlichen zu tun haben. Sie soll unter anderem verhindern, dass zahlreiche Schulabgänger in berufsvorbereitenden Maßnamen der Arbeitsagentur landen, statt direkt eine Ausbildung zu beginnen.

„Wir verlieren viele auf dem Weg von der Schule zum Beruf. Landesweit sind jährlich etwa 6000 Schulabgänger in Übergangsmaßnahmen. Das sind zu viele“, sagte die Landtagsabgeordnete Ines Strehlau (Grüne) während eines Besuchs von Grünen-Politikern in der Arbeitsagentur Elmshorn. Agenturchef Thomas Kenntemich will sich bei der Zahl der Betroffenen im Kreis Pinneberg nicht genau festlegen. Es seien aber sicher „ein paar Hundert“. An dem Treffen nahmen auch die Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms (Grüne), Resy de Ruijsscher (Kreissprecherin der Grünen), Burkhard Stratmann (Kreistagsmitglied der Grünen) und Gerold Mellem (Geschäftsführer des Jobcenters) teil.

Laut Strehlau sagten Prognosen für das Jahr 2030 etwa 100.000 fehlende Fachkräfte in Schleswig-Holstein voraus. Deswegen müsste die Reserve aus denjenigen mobilisiert werden, die in Übergangsmaßnahmen sind und den Betrieben nicht als Azubis zur Verfügung stehen. „Wir haben die Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hinter uns. Es gibt heute deutlich bessere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagte Kenntemich.

In der Jugendberufsagentur sollen unter anderem allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen, Jugendämter und Sozialbehörden zusammenarbeiten. „Wenn etwa eine junge alleinerziehende Mutter eine Ausbildung beginnen möchte, soll es die Beratung zur Berufswahl, zur Wohnungssuche und zur Kinderbetreuung zukünftig von einer Anlaufstelle geben.“

Zum Gedankenaustausch in der Arbeitsagentur: Resy de Ruijsscher, Gerold Mellem, Ines Strehlau, Burkhard Stratmann, Valerie Wilms und Thomas Kenntemich (v. l.). (Foto: Thieme)
Zum Gedankenaustausch in der Arbeitsagentur: Resy de Ruijsscher, Gerold Mellem, Ines Strehlau, Burkhard Stratmann, Valerie Wilms und Thomas Kenntemich (v. l.). (Foto: Thieme)
 

Die Jugendberufsagentur soll weniger eine neue Behörde als ein Netzwerk sein. Laut Kenntemich werde sie kaum zusätzliche Kosten verursachen, weil die beteiligten Institutionen ihre Arbeit, die sie ohnehin zu leisten hätten, einbrächten. Die Angebote der Berufsberatung etwa würden jedoch unter der neuen Dachmarke besser koordiniert. In Hamburg starteten die Beratungsstellen im Sommer 2012 an sieben Standorten. Im Kreis Pinneberg könnte es zwei Büros geben: jeweils eins in den Berufsschulen in Pinneberg und Elmshorn.

Aus der Pinneberger Kreisverwaltung kommt grundsätzlich Zustimmung. Sie teilt auf Anfrage mit: „Jugendberufsagenturen sind ein geeignetes Mittel, die Berufsorientierung von Jugendlichen zu verbessern.“ Es existiere bereits ein Arbeitskreis Jugend und Beruf, an dem Verwaltung, Schulamt, Arbeitsagentur, Jobcenter, Jugendamt und Berufsschulen vertreten sind.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen