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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 04:44 Uhr

Wedel : Hilfe für ehrenamtliche Helfer

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Städtischer Mitarbeiter unterstützt ab 1. April zehn Stunden in der Woche die freiwilligen Betreuer von Flüchlingen.

Wedel | „Die Ehrenamtlichen gehen mit ihrem Einsatz bis an ihre Grenzen.“ Mit diesen Worten appellierte Jutta Kross (SPD) an den Sozialausschuss und bat um Zustimmung für den Antrag der Genossen, eine zusätzliche Stelle zur Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe zu schaffen. Der Ausschuss lehnte den Antrag – wie bereits im Februar – ab. Doch die Verwaltung verkündete im gleichen Zug eine „kleine Lösung“. Ab 1. April wird ein Mitarbeiter aus dem Rathaus zehn Stunden in der Woche die Flüchtlingshilfe koordiniert.

Die Sozialdemokraten wünschen sich Unterstützung für die zahlreichen Wedeler, die seit Monaten ohne Bezahlung bei der Betreuung von Neuankömmlingen aus Krisenregionen helfen. Die Freiwillen unterstützen die Flüchtlinge bei Behördengängen, Sprachkursen oder Arztbesuchen. Mit dem Antrag wollte die SPD eine fachkundige Begleitung für die Helfer sicherstellen. „Die Ausbildung der Ehrenamtler ist wichtig“, stellte Kross klar. Daher sollte eine zusätzliche Stelle mit mindestens 19,2 Arbeitsstunden in der Woche ausgeschrieben und im Stellenplan eines Nachtragshaushalts 2015 aufgenommen werden. Oliver Wleklinski vom Fachdienst Soziales verkündete jedoch noch vor der Abstimmung die interne Zehn-Stunden-Lösung: „Das ist kostenneutral möglich.“ Gemeinsam mit Joachim Rose von der Koordinationsstelle Integration sollen die ehrenamtlichen Helfer unterstützt werden.

Mit einer Ausweitung der Koordinatoren-Stelle wolle Bürgermeister Niels Schmidt noch warten. Der Grund: „Auf Landesebene passiert im Moment sehr viel in Sachen Fördermittel, die Situation ist chaotisch“, so Wleklinski. In der nahen Zukunft könnten dann Drittmittel freiwerden, um mehr als zehn Arbeitsstunden in der Woche bereitzustellen oder sogar, dem SPD-Antrag folgend, eine neue Stelle auszuschreiben.

Auch wenn der Antrag am Ende abgelehnt wurde: Die anderen Fraktionen äußerten viel Sympathie für den Vorstoß der Genossen. Heidi Gahling (CDU) wünschte sich allerdings, die Aufgaben der auszuschreibenden Stelle zunächst besser zu definieren. Ihr Parteikollege Lutz Degener sowie Stephan Bakan (WSI) erinnerten an die prekäre Haushaltslage. Für die Verwaltung gab es für die kurzfristige Lösung viel Lob.

Volle Unterstütztung erhielt die SPD von Linken-Ratsherr Detlef Murphy: „Die Betreuer müssen betreut werden.“ Murphy äußerte die Befürchtung, der anfängliche Elan der Ehrenamtlichen könne schnell wieder verfliegen, wenn sie sich von der Stadt allein gelassen fühlen. Auch in der Kommunikation mit den Anwohnern von Flüchtlingsunterkünften sah der Linken-Politiker eine Aufgabe für einen städtischen Angestellten: „Konflikte müssen vor Ort entschärft werden.“ Murphy zeigte sich skeptisch, ob zehn Stunden in der Woche ausreichen.

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erstellt am 26.Mär.2015 | 16:00 Uhr

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