Pinneberg : Hilfe für Bedürftige in der Moschee

Sie öffnen einmal im Monat die Türen der Moschee für Hilfsbedürftige: Meral Kurt (von links) und Nurten Topkan aus dem Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde Pinneberg sowie Aynur Dündar, Seyma Keleci und der Vereinsvorsitzende Baki Caytas.
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Sie öffnen einmal im Monat die Türen der Moschee für Hilfsbedürftige: Meral Kurt (von links) und Nurten Topkan aus dem Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde Pinneberg sowie Aynur Dündar, Seyma Keleci und der Vereinsvorsitzende Baki Caytas.

Soziales Engagement: Die türkisch-islamische Gemeinde kocht einmal im Monat ein Abendessen für Menschen in Not.

shz.de von
26. November 2013, 12:00 Uhr

„Das Engagement für die Gesellschaft ist ein Grundgedanke des Islam“, sagt Sedat Simsek, Landesvorsitzender des türkisch-islamischen Dachverbandes DITIB. Zu diesem Engagement gehört auch ein kostenloses Abendessen für Obdachlose und andere Bedürftige, das die Türkisch-Islamische Gemeinde Pinneberg einmal im Monat in der Moschee in der Friedensstraße 11 veranstaltet. „Es ist eine alte muslimische Tradition“, erklärt Simsek. Moscheen seien immer auch soziale und kulturelle Einrichtungen gewesen.

Seit September servieren die Gemeindemitglieder immer am letzten Donnerstag eines Monats Suppe, Hauptgerichte und Nachspeise – am Donnerstag, 28. November, ist es wieder soweit. Der letzte Termin in diesem Jahr ist dann am Donnerstag,
26. Dezember. „Das Essen ist türkisch beeinflusst, aber mit Rücksicht auf den deutschen Geschmackt gekocht“, sagt Baki Caytas, der Vorsitzende des Vereins, lachend. Mitglieder der Gemeinde bereiten das Essen gemeinsam vor,
finanziert wird die Aktion aus den Mitgliedsbeiträgen. „Wir arbeiten ehrenamtlich, bekommen auch keine Steuern oder Fördergelder“, betont Semsik. Willkommen ist jeder, der das Gefühl hat, Hilfe zu brauchen. Caytas: „Wir sprechen nicht nur Obdachlose an. Auch wer arbeitslos ist und gern mal wieder ein schönes Abendessen in Gesellschaft möchte, kann vorbeischauen.“

Die Resonanz auf die ersten beiden Veranstaltungen war überschaubar. Semsik ist aber optimistisch: „Es braucht einfach eine Zeit, bis sich ein solches Angebot herumspricht.“ Auch beim Frühstück in der Lutherkirche, seien nicht sofort alle Plätze belegt gewesen. Das Angebot der christlichen Gemeinde sei ebenfalls eine Anregung für die Muslime gewesen, so Caytas.

Für den Vorsitzenden sind solche Aktionen ein wichtiger Signal für die Offenheit der Gemeinde. Semsik erzählt: „Die ersten Moscheen waren Gebetsräume für die ersten Einwanderer.“ Die jüngeren Generationen wollen zunehmend auch die sozialen Funktionen der Glaubensgemeinschaft ausfüllen und in der Mitte der Gesellschaft ankommen. Semsik: „Wir stehen im ständigen Dialog mit den christlichen Kirchen in Pinneberg sowie der jüdischen Gemeinde der Stadt.“

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