Tangstedt : Hildebrand im Amt bestätigt

<p>Das Prozedere kannte Günther Hildebrand (FDP, links) bereits. Er wurde vom ältesten Mitglied  des Amtsausschusses, Manfred Uhl (SPD), vereidigt.</p>

Das Prozedere kannte Günther Hildebrand (FDP, links) bereits. Er wurde vom ältesten Mitglied  des Amtsausschusses, Manfred Uhl (SPD), vereidigt.

Das Wahlsystem sorgt beim Amt Pinnau für Verwirrung.

shz.de von
11. Juli 2018, 00:00 Uhr

Günther Hildebrand (FDP) bleibt für weitere fünf Jahre Amtsvorsteher des Amtes Pinnau. Der Ellerbeker Bürgermeister wurde am Montagabend einstimmig von den Ausschussmitgliedern gewählt. Es ist für Hildebrand bereits die zweite Amtszeit. „Ich hoffe, dass ich Ihre Erwartungen in mich erfüllen kann und freue mich auf eine weiter gute Zusammenarbeit wie in den vergangenen fünf Jahren“, sagte Hildebrand abschließend. Auch die weiteren Wahlen liefen einvernehmlich ab. Bei der Abstimmung für die Stellvertreter Erika Koll (SPD) aus Kummerfeld und Jürgen Rahn (CDU) aus Borstel-Hohenraden waren sich die Amtsausschussmitglieder ebenfalls einig.

Noch vor der Wahl gab es jedoch  Klärungsbedarf. Denn die altbekannte Abstimmung mit Handzeichen ist nun nicht mehr möglich. Die Amtsordnung wurde geändert. „Dagegen haben wir uns lange gesträubt, jetzt müssen wir damit leben“, sagte Hildebrand. Die Änderung der Amtsordnung sieht vor, dass Amtsausschussmitglieder stattdessen Stimmzettel mit einem Zahlenwert erhalten. Je angefangene 250 Einwohner hat ein Amtsausschussmitglied eine Stimme. Die Stimmen einer Gemeinde werden zu gleichen Teilen auf deren Mitglieder im Amtsausschuss aufgeteilt. Somit haben alle Mitglieder drei Stimmen, die Bürgermeister der jeweiligen Gemeinden vier und der Amtsvorsteher und Bürgermeister von Ellerbek, Hildebrand, hat fünf Stimmen. Insgesamt gibt es demnach 57 Stimmrechte. „Der Stimmanteil der Gemeinden Borstel-Hohenraden, Kummerfeld, Prisdorf und Tangstedt liegt bei 17,54 Prozent. Ellerbek hat 29,82 Prozent, da die Einwohnerzahl über 4000 liegt“, versuchte Hildebrand das komplizierte Verfahren zu verdeutlichen. Es erschwere die Arbeit des Ausschusses insbesondere bei möglichen geheimen Wahlen. „Stimmen können nicht gesplittet werden. Jedoch kann das bei geheimer Wahl nicht überprüft werden“, schilderte Hildebrand das Problem. Bei den Mitgliedern des Ausschusses sorgte das Verfahren für Ratlosigkeit und Kopfschütteln. „Wir kommen aber leider nicht drum herum“, so Hildebrand.

Der Amtsvorsteher blickte auf die vergangenen fünf Jahre und lobte besonders die Arbeit der Ausschussmitglieder und der Verwaltung. „Wir mussten uns teils um Schwerpunkte kümmern, die nicht zum Normalbetrieb gehörten“, sagte Hildebrand. Dazu zählte er die Vermögensauseinandersetzung mit den Gemeinden Bönningstedt und Hasloh. Auch der Streit um die Trägerschaft der Gemeinschaftsschule Rugenbergen bereitete dem Amtsausschuss Kopfzerbrechen. „Die Ausamtung ist jetzt abgeschlossen und die Schule hat mit dem Schulverband einen vernünftigen Träger. Ich hoffe, dass die Ruhe anhält“, sagte Hildebrand.

Auch die Umstellung auf die  doppelte Buchführung mit Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüssen in den Gemeinden war mit viel Arbeit verbunden. Eine große Belastung sei außerdem der Zustrom an Flüchtlingen in den Gemeinden gewesen. Nicht nur die ehrenamtlichen Betreuer und Helfer seien dabei an ihre Grenzen gekommen. „Es war auch eine große Belastung für die Amtsmitarbeiter“, betonte er. In Zukunft stehen laut Hildebrand für den Amtsausschuss zwei Projekte an: „Die Digitalisierung schreitet voran. Die Gemeinde Tangstedt war Vorreiter und hat für alle Gemeindevertreter Tablets besorgt, damit nicht mehr stapelweise Papier verbraucht wird. Da müssen wir nachziehen.“ Außerdem stünde die Einführung eines neuen Dokumentenmanagementsystem (DMS) an. „Wir wollen künftig auf große Papierarchive verzichten“, so Hildebrand.

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