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Technik im Abfall : High-Tech-Tonnen für den Kreis

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Funkchips an Müllbehältern sollen die Identifizierung der Besitzer erleichtern. 900.000 Euro werden investiert. Gebüren sollen nicht erhöht werden.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Kreis Pinneberg | Aus schnöden Müllbehältern werden bald High-Tech-Tonnen: Die Hausmülleinsammlungsgesellschaft mbH (Hameg), zuständig für die Entsorgung im Kreis Pinneberg, rüstet ihre Tonnen bis Ende November mit einem kleinen Funkchip aus. Alle Kunden werden nun per Brief gebeten, ihre Müllbehälter in einer bestimmten Woche an die Straße zu stellen. Die Hameg verschickt auch ein Etikett mit Nummer und bittet die Kunden, es auf die Tonnen zu kleben.

Technisch funktioniert das neue System so: Der Chip sendet ein Signal mit einer Nummer. Ein Empfänger am Müllwagen erkennt, welchem Haushalt die Tonne gehört. Das Computersystem der Hameg registriert, ob die Tonnen am richtigen Standort stehen, welche bereits leer sind und welche noch gefüllt sind.

Datenschutzgründe scheinen dem nicht entgegenzustehen. "Auf dem Chip ist nur eine Nummer gespeichert. Sollten Fremde diese Nummer mit einem Lesegerät abfangen, können sie damit nichts anfangen. Die Verbindung zu Adressdaten gibt es nur auf unseren Computern", sagt Herbert Schultze, Geschäftsführer der Hameg.

Ziel der Aktion: Die Tonnen sollen in Zukunft eindeutig den Haushalten zugeordnet werden. "So können wir unsere Arbeit wesentlich effizienter erledigen", sagt Schultze.

Die Hameg gehört zu 100 Prozent dem Kreis Pinneberg. Die Investitionskosten für das Funkchipprojekt - 900.000 Euro aus dem Kreishaushalt für die kommenden drei Jahre - sollen bis 2016 wieder reingeholt werden. "Mittelfristig sparen wir damit richtig Geld", sagt Schultze. Konkrete Schätzungen will er nicht abgeben. "Aber unsere Nachbarkreise haben mit dem System gute Erfahrungen gemacht."

Und so gibt es trotz der Kosten mindestens bis 2015 keine Gebührenerhöhungen, wie Andreas Köhler, Bereichsleiter Bürgerservice in der Kreisverwaltung, sagt.

Die Entsorger erkennen zukünftig, wenn Tonnen nicht angemeldet sind und keine Gebühren für sie gezahlt werden. Dann bleiben die Behälter gefüllt an der Straße stehen. Sollten Kunden versehentlich die Tonne der Nachbarn mitnehmen oder betrunkene Partygänger absichtlich Tonnen in andere Straßen schleppen, ist es bald einfacher, sie zurückzubringen.

Weitere Vorteile: Fällt ein Müllwagen auf halber Strecke aus, weiß der Fahrer des Ersatztransporters sofort, wo genau er weitermachen muss. "Wir erhoffen uns in Zukunft wesentlich weniger Reklamationen", sagt Köhler. Außerdem könnten Kunden informiert werden, wenn sie die Behälter falsch befüllen, etwa Bauschutt in die Restmülltonne kippten. Derzeit gebe es pro Tour in etwa zehn Fällen Probleme. Auch wenn es nun technisch möglich sei, gebe es aber keine individuelle Abrechnung nach Gewicht. Die Hameg bestückt 28 der 40 Müllwagen und alle 150.000 Tonnen mit der Technik.

> www.pi-abfall.de

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