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Edeka-Frischecenter : Hier wächst der Millionen-Markt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Baustellen-Rundgang: Investor Jörg Meyer will sein Edeka-Frischecenter an Pinnebergs Friedrich-Ebert-Straße Mitte Juni eröffnen.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 06:00 Uhr

pinneberg | Jörg Meyer steht an der Friedrich-Ebert-Straße. Das Handy am Ohr. Den Blick auf seine Baustelle gerichtet. Zufrieden wirkt er. Auch wenn sich die Eröffnung des Edeka-Frischecenters am Marktplatz noch etwas hinzieht. „Mitte Juni peilen wir an“, sagt Meyer. Und lädt zu einem Rundgang durch die einst als Sparkasse genutzten Räume ein. Zehn Millionen Euro investiert Meyer in den Standort. Ein Leuchtturm-Projekt, um das herum eine neue Pinneberger City wachsen könnte.

Wir betreten das Gebäude. Es hallt. Wo früher Banker hinter Schaltern saßen, eröffnet sich ein 2500 Quadratmeter großer Raum. Gemüse, Käse, Fleischtheke – Meyer weiß bereits, wo alles hinkommt. Den ehemaligen Tresorraum macht er zur Weinabteilung. „Sieht noch etwas wild aus, ja“, sagt Meyer. „Aber wir sind im Zeitplan, die Fenster sind bereits eingesetzt.“ Große Fenster sind es. In der Mitte des Raums sorgt ein Lichthof für zusätzliche Helligkeit. „Ich bin ein großer Fan von Tageslicht“, sagt Meyer.

Auch die Fliesen sind bereits verlegt. Den Umbau von einer Bank zu einem Supermarkt – eine Herausforderung. „Wir mussten drei zusätzliche Stahlträger einziehen, um einen ehemaligen Fahrstuhlschacht zu sichern“, erläutert der Kaufmann, der das Gebäude vor drei Jahren erworben und im Frühjahr 2013 mit dessen Umbau begonnen hat.

Mit zwei Haupteingängen wird der Millionen-Markt ausgestattet. Ein Bäcker sowie ein Tabakladen ziehen ein. Über dem Frischecenter vermietet Meyer Büroflächen. Die sind weitgehend vergeben. Eine Praxis für Physiotherapie, eine Zahnärztin und die Deutsche Rentenversicherung wollen in den Klinkerbau.

Im Markt selbst wird Meyer 48 Mitarbeiter beschäftigen. Die Crew aus dem Ende März geschlossenen Edeka-Markt am Lindenplatz bleibt komplett beisammen. Für die Übergangszeit wurden einige Kollegen in anderen Filiale des Unternehmens „geparkt“. Niemand sei gekündigt worden, so Meyer, der sein Geschäft am Lindenplatz räumen musste, weil dort eine H&M-Filiale einziehen wird.

An der Friedrich-Ebert-Straße entstehen 15 zusätzliche Arbeitsplätze. Meyer kalkuliert dort mit etwas weniger Kunden als am alten Standort. „Aber am Lindenplatz wurden unterdurchschnittliche Mengen eingekauft.“

Wir stehen im ersten Stock, blicken über die entstehende Tiefgarage. Insgesamt 182 Parkplätze werden zur Verfügung stehen, 105 davon ebenerdig im Außenbereich. Zudem soll eine Brücke über die Pinnau den Zugang zum Marktplatz erleichtern. Auch dort könnten Kunden ihre Autos abstellen. Meyer kann sich mittelfristig vorstellen, mit der Stadt eine Nutzungsvereinbarung für das Areal abzuschließen. „Klar ist aber, dass der Marktplatz zuvor saniert werden müsste.“

Der Rundgang ist beendet. Jörg Meyer lässt seinen Blick auf die andere Straßenseite schweifen. Dort hat die VR Bank Großes vor. In einen geplanten Neubau soll großflächiger Einzelhandel einziehen. Ein weiterer Dominostein wenn es um die Zukunft der von Kaufkraftverlust gebeutelten City geht. Meyer begrüßt die Investitionspläne der Bank: „Das Gesamtpaket für die Innenstadt muss stimmen“, sagt der 46-Jährige. Und blickt noch einmal an der Fassade seines Millionen-Markts empor. Er hat nie bereut, die Ex-Sparkasse gekauft und entkernt zu haben. Das Gebäude sei nicht seelenlos. „Mit diesem Haus verbinden die Pinneberger etwas.“

Entgegen früherer Überlegungen verzichtet Bauherr Jörg Meyer auf eine Zuwegung von der Bismarckstraße her. Sowohl der Kunden- als auch der Lieferverkehr wird den Markt von der Friedrich-Ebert-Straße ansteuern und verlassen. Ein- und Ausfahrt werden getrennt. Laut Meyer wird die Stadt den Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße übernehmen. Er hofft auf einen zeitnahen Beginn der Arbeiten. „Wir hätten gern eine Zufahrt von hinten gehabt, aber ich kann auch so mit der Situation leben“, so Meyer. Die Bismarckstraße ist schon jetzt ein Nadelöhr, in dem es zu Stoßzeiten eng wird. Im Bereich der Brücke über die Pinnau verengt sich die Fahrspur. Zudem gibt es eine Kindertagesstätte, die morgens und nachmittags für zusätzlichen Verkehr sorgt.
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