Pinneberg : Hier können sich verwitwete Eltern austauschen

„Kinder und Eltern trauern anders, das führt oft zu Missverständnissen“, sagt die Hospizkoordinatorin Ute Eckhardt-Tams.
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„Kinder und Eltern trauern anders, das führt oft zu Missverständnissen“, sagt die Hospizkoordinatorin Ute Eckhardt-Tams.

„Gemeinsam neu weiter leben“: Veranstaltung für Mütter und Väter mit Grundschulkindern am Sonnabend, 14. Februar, in der FBS.

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15. Januar 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Es finden sich nur schwer Worte, die dem Verlust, den es bedeutet, wenn der Ehepartner stirbt, gerecht zu werden. Wenn der Verstorbene nicht nur den Ehepartner, sondern außerdem Kinder im Grundschulalter zurücklässt, ist das für die Hinterbliebenen eine belastende Situation. Diesem Thema widmen sich die Pinneberger Familienbildungsstätte (FBS) und der Hospizdienst Pinneberg-Uetersen. Für Sonnabend, 14. Februar, laden sie zu einer Veranstaltung für verwitwete Eltern mit Grundschulkindern ein.

Wie mit Trauer und Verlust umgehen? Und was bedeutet das für die gemeinsamen Kinder? „Im Trauerprozess kommt es oft zu Missverständnissen zwischen Eltern und Kindern – sie trauern anders“, weiß Ute Eckhardt-Tams, Hospizkoordinatorin des Hospizdiensts Pinneberg-Uetersen. Außerdem wird thematisiert, wie man im Alltag eine neue Normalität erlangen kann. Denn der Verlust des Ehepartners wirkt sich auch stark auf den Alltag aus. „War der Partner zum Beispiel der einzige Berufstätige, muss das andere Elternteil das nun ausgleichen – und hat gleichzeitig weniger Zeit für die Kinder“, erklärt Eckhardt-Tams. Genauso stellen Feiertage für Hinterbliebene eine besondere Herausforderung dar.

Die FBS stellt am 14. Februar die Räume in der Bahnhofstraße 18 bis 22, der Hospizdienst das Personal. Von 10 bis 16 Uhr steht die Veranstaltung unter dem Titel „Gemeinsam neu weiter leben“. Beginn ist um 10 Uhr mit einer gemeinsamen Begrüßungsrunde, in der die Anwesenden sich selbst und den verstorbenen Partner vorstellen können. Danach wird gemeinsam ein Erinnerungskästchen gebastelt, in dem die Kinder Erinnerungsstücke aufbewahren können. „Es ist gut für die Kinder, wenn sie einen persönlichen und transportablen Ort zum Trauern haben, an dem kleine Gegenstände aufbewahrt werden können.“ Das könne zum Beispiel der Lippenstift der Mutter oder ein Stein, der beim Spazierengehen gefunden wurde, sein. Danach wird gemeinsam gekocht. Nach dem Mittagessen geht es für Eltern und Kinder separat in zwei Gruppen. Zwei Kindertrauerbegleiterinnen werden mit den Jungen und Mädchen basteln, Eckhardt-Tams und Heike Ruch setzen sich mit den Eltern zusammen. „Es geht vor allem darum, Erfahrungen auszutauschen. Wo haben zum Beispiel andere Teilnehmer Hilfe bekommen und was hat den Alltag erleichtert“, sagt die Hospizkoordinatorin.

Wunsch nach Normalität

Und wie gehen Kinder mit dem Verlust des Elternteils um? „Sie wünschen sich vor allem Normalität, einen geregelten Tagesablauf“, weiß Eckhardt-Tams. Manche Jungen und Mädchen würden auch plötzlich erwachsener, versuchen Mama oder Papa aufzumuntern und geben sich stark und fröhlich. „Weil sie sich verpflichtet fühlen“, sagt sie. „Generell haben Eltern und Kinder eine völlig unterschiedliche Denkweise.“ Das könne für die Eltern irreführend sein. „Sie fragen sich dann: Trauert mein Kind überhaupt richtig?“, sagt die Hospizkoordinatorin. Besonders wichtig sei für die Kinder, dass sich ihr zurückgebliebener Elternteil andere Erwachsene suche, mit denen er sich austausche. „Das hat auch die Erfahrung aus unserer Kindertrauergruppe in Quickborn gezeigt“, sagt Eckhart-Tams.

Die Teilnahme kostet pro Person zehn Euro. Auch ältere oder jüngere Geschwisterkinder können mitgebracht werden. Kosten ab dem zweiten Kind: fünf Euro. Anmeldung bei Ute Eckhardt-Tams unter der Telefonnummer 04101-8565510.

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