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Pinneberger Tageblatt

28. Mai 2017 | 16:20 Uhr

„Hier haben alle Beton am Fuß“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schulbeirat Sitzung endet ohne Verständigung auf zukünftige Trägerschaft

Es war die letzte Sitzung, bei der die scheidende Rektorin Maike Hinrichsen dem Beirat der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen dem Gremium ihren Bericht vorstellte. Die Auflistung der erzielten Erfolge endete mit einem Appell: „Achten, behüten und beschützen Sie das, was Sie hier geschaffen haben.“ Zwar betonten die Vertreter aus Bönningstedt, Hasloh, Ellerbek und des Amts Pinnau ausnahmslos, wie sehr ihnen die Schule am Herzen liege. Eine Einigung im Ringen um die Trägerschaft konnte jedoch nicht erreicht werden.

Die Zeit, ergebnisorientierte Gespräche zu führen, etwa unter Einbeziehung eines neutralen Mediatoren, wird immer knapper: Der Amtsausschuss beschloss im vergangenen Monat, die Trägerschaft am 31. Dezember 2017 zu beenden. „Für die derzeit acht Angestellten des Amts, die ihren Arbeitsplatz in der Schule haben, bedeutet das: Ist bis 30. Juni kein neuer Träger gefunden, sind wir als Dienstherr dazu gezwungen, die Verträge vorsorglich zu beenden“, erklärte Anja Bauer, die beim Amt Pinnau maßgeblich für die Verwaltung der Schule verantwortlich ist, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dieser Schritt sei unumgänglich, da die Kündigungsfrist ein halbes Jahr betrage.

„Das ist ähnlich wie bei einem befristeten Arbeitsvertrag: Liegt drei Monate vor Ablauf der Vereinbarung der Anschlussvertrag noch nicht vor, muss sich der Arbeitnehmer vorsorglich arbeitssuchend melden“, erläutert Fachbereichsleiter Ingo Holm. Beide betonten, dass dies keineswegs ihr Bestreben sei. „Wir wollen in der nächsten Sitzung, die noch vor Ende Juni stattfinden soll, viel lieber über die Personalüberleitung an den neuen Träger sprechen“, bekräftigte Bauer.

Ob es tatsächlich noch gelingt, Einvernehmen über die Trägerschaft zu erzielen, ist nach dem Ablauf der Beratungen am Dienstagabend allerdings mehr als fraglich. Schulrätin Adelia Schuldt, die sich als Vermittlerin in dem Streit versteht, fasste zu Beginn der Debatte die Historie des Streits nach dem Motto „Was bisher geschah“ zusammen. Die Chronologie gipfelt in dem aktuellen Zank um die Rechnung, die das Amt Pinnau Anfang November vergangenen Jahres an die Gemeinden Hasloh und Bönningstedt schickte.

Im Mittelpunkt stehe dabei die Rechtmäßigkeit der Form. „Bönningstedt hat zwar erklärt, dass sie den Anteil, der die Schule betrifft, bezahlen wollen, doch das Amt Pinnau wartet immer noch auf sein Geld“, berichtete Schuldt. Dies führe zu Verstimmungen und Vertrauensverlust. „Zwischen dem Amt und den Gemeinden hat es auch im Zuge der Ausamtung offenbar einige Verletzungen gegeben“, stellte Schuldt fest.

Dennoch sehe sie in der Weiterführung der bisherigen Konstellation die beste Lösung. „Ein Zweier-Verband mit Hasloh und Bönningstedt ist finanziell insbesondere für Hasloh nicht tragbar. Ein Zusammenschluss mit Quickborn wäre nur dann gewünscht, wenn dann auch die Grundschulen in Hasloh und Bönningstedt mit zum Schulverband gehören“, zeigte Schuldt die möglichen Alternativen auf.

„Alle hier haben Beton am Fuß, keiner will sich bewegen“, sagte Schuldt. Komme es zu einer Einigung zwischen Ellerbek, Hasloh und Bönningstedt, werde jede beteiligte Gemeinde eine Kröte schlucken müssen. „Sie haben hier eine vorbildliche Schule, die nicht nur liebevoll verwaltet wird, sondern auch engagierte Lehrkräfte und ein besonderes Profil hat“, erinnerte Schuldt. Dies zeige sich auch an der ungewöhnlich hohen Anzahl an Bewerbungen für die Neubesetzung der Stelle der Schulleiterin, die in den Ruhestand geht.

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erstellt am 18.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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