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Das Trauercafé „Sonnenlicht“ in Pinneberg : Hier gibt es Austausch für Hinterbliebene

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Trauercafé „Sonnenlicht“ in Pinneberg bietet einmal im Monat die Gelegenheit, sich mit anderen Betroffenen zu unterhalten.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Trauercafé – das klingt erst einmal schwermütig und nicht unbedingt nach einem Ort zum Lachen. Das Pinneberger Trauercafé „Sonnenlicht“ belehrt eines Besseren. Vorrangig geht es jeden zweiten Sonnabend im Monat um den Austausch mit anderen Hinterbliebenen. Trauern erlaubt. Genauso wie Weinen, Lachen, in der Vergangenheit schwelgen und einen Blick in die Zukunft wagen. „Es hilft ungemein zu wissen: Es geht nicht nur mir so, ich bin nicht allein“, sagt Christoph Stegmann, Pastor und Mitinitiator des Cafés. Eine häufige Erfahrung der Trauernden sei der zuweilen unverständnisvolle Umgang von Mitmenschen mit dem Tod einer geliebten Person. „Viele Trauernde bekommen zu hören: Aber er ist doch jetzt schon einen Monat tot“, sagt die Hospizkoordinatorin Ute Sabine Eckhardt-Tams. Dabei sei die Dauer der Trauer individuell.

„Witwen, Eltern, erwachsene Kinder – hier kommen Menschen mit ganz verschiedener Trauer her“, sagt Eckhardt-Tams. Manch Trauernder sei ganz frisch betroffen, andere kämen erst Jahre nach dem Todesfall. „Wir hatten hier zum Beispiel mal eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes so sehr mit der Erziehung der Kinder beschäftigt war. Sie kam dann nachdem die Kinder aus dem Haus waren, und man hat ihr richtig angemerkt wie gut ihr der Austausch hier getan hat“, berichtet Stegmann. „Es sind ganz oft Kleinigkeiten, die plötzlich fehlen. Wenn der Partner im Haushalt jahrzehntelang für den Wechsel der Glühbirnen zuständig war und man das selber noch nie gemacht hat zum Beispiel“, erklärt Eckhardt-Tams. Ein häufiges Thema sei der Umgang mit Weihnachten oder anderen Festen, die das erste Mal allein verbracht werden müssen.

Die Idee für das Café hatten der Pastor und die Hospizkoordinatorin vor acht Jahren. „Anfangs fand es nur jedes Vierteljahr statt, mittlerweile können wir es jeden Monat anbieten“, sagt Stegmann. „Und ganz wichtig: Man muss sich nicht anmelden oder zwingend auch ein zweites Mal herkommen. Es soll niedrigschwellig sein“, fügt Eckhardt-Tams lächelnd hinzu. Außerdem sei jeder, egal welcher Weltanschauung und welchen Geschlechts, willkommen.

Das nächste Mal verwandelt sich der ebenerdige Raum im Bürgerhaus, Fahltskamp 30, am Sonnabend, 8. November, in das Café. In der ersten Stunde ab 15 Uhr wird an den Tischen geklönt, danach wird in größerer Runde geredet. Mit dabei sind außerdem Trauerbegleiter vom Hospizdienst. Der Eintritt ist frei, um eine Spende von zwei Euro für Kuchen und Kaffee wird gebeten.

Die Hospizgruppe Pinneberg-Uetersen wurde im Herbst 1994 von Ute Dieterich gegründet. Im folgenden Jahr ging die Arbeit dann richtig los. Zehn Jahre später, im Mai 2005, wurde aus der ehrenamtlich geführten Hospizgruppe ein hauptamtlich geleiteter Ambulanter Hospizdienst. Ute Sabine Eckhardt-Tams ist die Koordinatorin des Diensts. Der Hospizdienst ist eingebunden in das Trauernetzwerk im Kreis Pinneberg. Die hauptamtliche Koordinatorin bietet palliative Beratung für Menschen mit schweren Erkrankungen und deren Angehörige an. Bei Hausbesuchen oder in Telefonaten kann die mögliche pflegerische oder seelsorgerliche Betreuung geplant und vorbereitet werden. Eckhardt-Tams ist erreichbar unter Telefon 04101-8565510 sowie per E-Mail an hospizgruppe-pinneberg@web.de.
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