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Pinneberg und die Westumgehung : „Heute ist ein historischer Tag“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Start des Baus der Westumgehung: Bäume und Sträucher müssen für die 3,9 Kilometer lange Trasse weichen. Ortstermin mit der Bürgermeisterin Urte Steinberg.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Es ist das Bauprojekt, an dessen Realisierung und Erfolg Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) gemessen werden wird: die Westumgehung. Die Diskussion über den Bau wird seit Jahrzehnten geführt, seit dem 19. Januar laufen die Rodungsarbeiten. Bäume und Sträucher werden im Zuge des geplanten Baus der noch fehlenden Abschnitte der Trasse zwischen der Mühlenstraße und der Autobahnanschlussstelle Pinneberg-Nord beidseitig entfernt.

Die gute Nachricht: Alles läuft planmäßig – worüber sich Steinberg im Beisein von Klaus Stieghorst, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, und Roland Schultz, Leiter des Fachdienstes Verkehrsplanung, gestern an der Straße An den Fischteichen ein Bild gemacht hat. Überall lagen gefällte Bäume und herausgerissene Sträucher. Die Räumungsarbeiten haben begonnen.

„Es ist ein erster vorbereitender Schritt. Es wird ein Stück Zukunft gebaut. Danke an alle betroffenen Firmen für das Hand-in-Hand-Arbeiten“, sagte Steinberg und ließ ihren Blick dabei über die gerodete Fläche schweifen. 500 Bäume mussten weichen. „Ausgleichsflächen entstehen in Rellingen und an der Trasse“, informierte Stieghorst. Aktuell würden die nächsten Phasen intensiv geplant. „Der Beginn der Erd- und Straßenarbeiten ist im zweiten Quartal vorgesehen“, teilte Stieghorst mit. Derweil laufen dafür die Ausschreibungen.

2018 wird der Verkehr von der Autobahnanschlussstelle Pinneberg-Nord zur Trasse geführt.
2018 wird der Verkehr von der Autobahnanschlussstelle Pinneberg-Nord zur Trasse geführt. Foto: Erdbrügger
 

Außer der erforderlichen Bauleitung erfolge für das Gesamtprojekt eine Umweltbaubegleitung, um die natur- und immissionsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten, so Stieghorst. 2018 soll die Trasse für den Verkehr freigegeben werden.

Dass die Westumgehung gebaut wird, daran zweifelt niemand mehr. Irritationen gab es in der vergangenen Woche, weil die Fördergelder für die Trasse in Höhe von 1,8 Millionen Euro 2014 nicht eingegangen waren. „Die Maßnahmen werden wie geplant durchgezogen“, sagte Stieghorst. Marc Trampe, Sprecher der Stadt Pinneberg, ergänzte: „Das hat für die Gesamtförderung keine Auswirkungen. Es ist eine Verschiebung der Jahre.“

„Es wird nach Baufortschritt bezahlt“, sagte Steinberg. Derzeit geht die Stadt von Kosten in Höhe von 26,9    Millionen Euro zuzüglich Ingenieursleistungen aus. Davon trägt das Land 80 Prozent. Geld, das wieder in die Stadtkasse hereingespült werden soll, denn von der Westumgehung erhofft sich die Stadt nicht nur eine deutliche Verkehrsentlastung der Pinneberger Innenstadt, sondern auch die Anbindung neuer Gewerbegebiete.

„Dadurch erhoffe ich mir spürbare strukturelle Einnahmeverbesserungen im Haus“, so Steinberg. Geht der Plan auf? „Es ist bekannt, dass dort ein Gewerbegebiet entstehen soll. Es gibt schon Nachfragen“, sagte Trampe.

1985:  Ratsversammlung plant Bau der Westumgehung.
1988: Verkehrsministerium leitet Planverfahren ein.
Ab 1990: Gegner der Straße bekämpfen das Projekt.
2002: Das erste Teilstück, der Westring, wird gebaut.
2010: Planfeststellungsbeschluss für die Fertigstellung liegt vor.
2013: Oberverwaltungsgericht Schleswig weist sämtliche Klagen zurück.
2014: Kauf der letzten Grundstücke.
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