Ellerbek : Hermann-Löns-Schule ist ausgezeichnet

Die Streitschlichter und Schülerräte der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule nahmen in Wahlstedt die Auszeichnung als Zukunftsschule in Empfang.
Die Streitschlichter und Schülerräte der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule nahmen in Wahlstedt die Auszeichnung als Zukunftsschule in Empfang.

Einrichtung erhält als einzige im Kreis Pinneberg die Plakette „Zukunftsschule“ der Stufe drei und obendrein 200 Euro Preisgeld.

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25. Juni 2014, 15:18 Uhr

„Wir bekommen diese Auszeichnung weil unsere Schule die tollste ist“, sagt Finn selbstbewusst vor der Abfahrt. Ein bisschen aufgeregt sind sie schon, die vier Schulräte und vier Streitschlichter der Ellerbeker Hermann-Löns-Schule, die nach Wahlstedt fahren, um dort die Auszeichnung „Zukunfstsschule“ der Stufe drei zu erhalten (siehe Info-Kasten). Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 200 Euro verbunden.
 

Insbesondere in den Bereichen Partizipation und Gestaltungskompetenz haben sich die Schüler während des Schuljahres eingesetzt. „Ich habe beobachtet, wie ein Kind beinahe einen Fahrrad-Unfall hatte“, berichtet Mara. Daraufhin besuchte sie jede Klasse und berichtete den anderen Schülern davon. Jacky berichtet dagegen vom Flohmarkt, der von den Schülern veranstaltet wurde. „Der Erlös wurde gespendet – und alle durften mitentscheiden, wer das Geld bekommen soll“, sagt sie. Auch als ein neues Spielgerät für den Schulhof angeschafft wurde, besprachen die Schulräte in den einzelnen Klassen, welcher der drei Vorschläge umgesetzt werden soll. „Unser Schülerrat, das sind die Klassensprecher der dritten und vierten Klassen, trifft sich einmal die Woche vor dem Unterricht mit der Schulleitung, um aktuelle Themen zu besprechen“, erklärt Schulsozialpädagogin Vicky Lodemann.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewaltpävention. „Wir sind für die Schüler da, die Streit haben“, erklärt Laeticia, die zum Streitschlichter-Team gehört. Mindestens einmal in der Woche kommen Schüler, die sich zanken, berichtet sie. „Jeder kann dann aus seiner Sicht erzählen was passiert ist. Gemeinsam werden dann Lösungsvorschläge ausgearbeitet“, beschreibt sie. Anschließend werde ein Vertrag aufgesetzt und ein Nachtreffen vereinbart. „Wir wollen ja auch wissen, ob es funktioniert hat“, so die Mediatorin.

Auch die Medienkompetenz gehört in Ellerbek zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Wir müssen die digitale Demenz beenden“, sagt Lodemann. Viele Jungen und Mädchen würden sich inzwischen am Computer besser zurechtfinden als ihre Eltern oder Lehrer. „Im kommenden Schuljahr starten wir ein Pilotprojekt mit Tablet-PCs“, kündigt die Sozialpädagogin an. Sowohl Info-Abende für Eltern als auch PC- und Internet-Führerscheine für die Schüler gehörten dazu.

Im Gespräch mit den Schülern zeige sich schnell, wie unterschiedlich sich die Handhabung moderner Medien in den Elternhäusern darstelle. „Ich darf am Computer so oft und so lange spielen, wie ich will“, sagt ein Junge, während ein anderer erzählt, dass sein Vater ein Programm installiert hat, das nach einer bestimmten Zeit das Spiel unterbricht und so zur Pause zwingt. Auch der TV-Konsum der Schüler ist sehr unterschiedlich: Für einige ist um 20.15 Uhr Schluss, andere entscheiden selbst, wann sie zu Bett gehen. „Auch hier wollen wir die Eltern sensibilisieren genauer hinzuschauen was und wie lange ferngesehen wird“, sagt Lodemann.

Die Plakette „Zukunftsschule“ wird an der Eingangstür angebracht. Wofür das Preisgeld verwendet wird, entscheiden – natürlich – die Schüler.

Zukunftsschule: Die Bewertungskriterien

1. Stufe: Wir sind aktiv

Innerhalb eines Schuljahres müssen mindestens zwei Aktionen aus den Themenfeldern Wasser, Energienutzung, Mibestimmung und Mitgestaltung, Mobilität, Globale Entwicklung, Gesundheit, Ernährung oder Konsum und Ressourcen umgesetzt werden.

2. Stufe: Wir arbeiten im Netzwerk

Hier müssen zusätzlich zur Stufe 1 die Aktivitäten mit mindestens zwei außerschulischen Partnern vernetzt werden.

3. Stufe: Wir setzen Impulse

Die Schule konzipiert eigene Beratungs-, Qualifizierungs- und Hospitationsangebote und setzt diese um. Die Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist fest im Lehrplan verankert.

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