Vom Luxus, Zeit zu verschenken : Heiner Garg zu Besuch bei den Grünen Damen und Herren in Elmshorn

Heiner Garg (Mitte) war gestern zu Gast bei den Grünen Damen und Herren vom Regioklinikum Elmshorn. Bei seinem Besuch bekam er ein Elms-Hörnchen geschenkt, das Symboltier des Fördervereins, dem die ehrenamtliche Krankenhaushilfe angehört.
Heiner Garg (Mitte) war gestern zu Gast bei den Grünen Damen und Herren vom Regioklinikum Elmshorn. Bei seinem Besuch bekam er ein Elms-Hörnchen geschenkt, das Symboltier des Fördervereins, dem die ehrenamtliche Krankenhaushilfe angehört.

Sozialminister Heiner Garg (FDP) besuchte das RegioKlinikum Elmshorn. Offene Gesprächsrunde mit Ehrenamtlern.

shz.de von
09. August 2018, 14:00 Uhr

Elmshorn | Sich mal länger mit einem Patienten unterhalten, ihm ein Buch bringen oder mit ihm spazieren gehen – das sind die Aufgaben der Grünen Damen und Herren im Elmshorner Krankenhaus. Sie sorgen für das seelische Wohl der Patienten, indem sie Aufgaben übernehmen, die Pfleger im Arbeitsalltag nicht leisten können. Gestern tauschten sich die Ehrenamtlichen mit dem schleswig-holsteinischen Sozialminister in einer offenen Gesprächsrunde über ihre Arbeit aus. Heiner Garg (FDP) machte auf seiner Sommertour im Regio-Klinikum Halt.

Zur Begrüßung stellte die Einsatzleiterin der Elmshorner Grünen Damen und Herren ihr Team vor: „Die Gruppe wurde 1986 von Frau Kienzer gegründet. Damals waren es 27 Freiwillige. Als ich anfing, waren es sogar 76. Jetzt sind wir 50“, erzählt Bärbel Heinitz. Das Ziel sei damals wie heute gleich geblieben: „Unser Interesse ist es, dass es den Patienten gut geht. Und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

Dinge vor Ort live erleben

Im Anschluss richtete Garg die Worte an die bei Kaffee und Schnittchen versammelte Gruppe: „Als wir uns im November überlegt haben, wo es in der Sommertour hingehen soll, ging es mir vor allem darum, die Dinge vor Ort live zu erleben. Denn oft haben wir nur eine Vorstellung davon, wie etwas ist. Zu sehen, wir es aber wirklich ist, ist etwas ganz anderes.“ Neben der Kita-Finanzierung wolle sich der Sozialminister in der sitzungsfreien Zeit vor allem mit der Pflege auseinander setzen. Ihn beschäftige vor allem die Frage, was man tun könne, damit die Pflege menschlich bleibt. „Pflege soll mehr sein als diese berühmte satt und sauber Mentalität“, sagte Garg. Ihn interessiere, wie man das ehrenamtliche Engagement noch besser unterstützen könne.

Um sich ein Bild von ihrer Tätigkeit zu machen, fragte Garg die elf anwesenden Grünen Damen und Herren nach ihrem praktischen Alltag. Die größte Aufgabe bestehe darin, von Zimmer zu Zimmer zu gehen und die Patienten nach ihren Wünschen zu fragen und diese zu erfüllen. „Wir haben den Luxus der Zeit. Wir können auch mal längere Gespräche führen“, sagte Heinitz.

Lotsendienst für Patienten

Zu dem Service gehört auch der Lotsendienst, der Patienten beim Einzug unter die Arme greife und Besuchern bei der Orientierung helfe. Außerdem gibt es auch eine kleine Bücherei und Kleiderkammer.

Auch die Motivation hinter dem ehrenamtlichen Engagement interessierte den Minister brennend. Der Reihe nach forderte er sie auf, zu erzählen, wie sie zu den Grünen Damen und Herren gekommen waren. Fast alle sagten aus, sie wollten „etwas Sinnvolles“ tun, als sie in Rente gingen. Einige erfuhren über Verwandte und Bekannte von der Krankenhaushilfe, andere waren selbst einmal Patienten und empfanden den Dienst als besonders wertvoll. Einig waren sie sich darüber, dass das Ehrenamt ihnen auch viel zurückgibt: „Man lernt einen Haufen Leute kennen, mit denen man sonst nie ins Gespräch kommen würde.“

Nur sieben ehrenamtliche Männer

Warum es unter den 50 Ehrenamtlichen nur sieben Männer gibt, das konnte der einzige anwesende Grüne Herr, Ulrich Hiller , erklären: „Frauen sind im Alter einfach fitter“ und lachte. Tatsächlich läge es wohl eher an den Berührungsängsten und daran, dass man meist nur von Grünen Damen spreche. Dabei seien die Männer immer willkommen, versichern ihm seine Kolleginnen: „Die Herren sind immer mit doppeltem Herzen dabei.“

Mit einem lebendigen Eindruck darüber, wie die ehrenamtliche Krankenhaushilfe aussieht, machte Garg sich gegen Mittag auf zum nächsten Termin seiner Sommertour.

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