zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

22. November 2017 | 04:31 Uhr

Heidefriedhof weiter im Minus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fehlplanung Gebührenberechnung bereits vor 25 Jahren falsch eingeschätzt / Ab 2018 muss Bönningstedt Defizit allein tragen

Noch zwei Monate wird der Heidefriedhof in Bönningstedt gemeinsam mit der Gemeinde Hasloh betrieben. Wie berichtet, kündigte Hasloh die Zusammenarbeit fristgerecht zum 31. Dezember. Der Grund für diese Entscheidung: fehlende Transparenz der Kosten. Was nun aus dem Heidefriedhof wird, ist ungewiss.

Zur Erläuterung der Kalkulation für die Jahre 2018 bis 2020 war Michael Wegener von der Firma Kubus zur jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Personalwesen der Gemeinde Bönningstedt eingeladen worden. Auch Gäste aus Hasloh besuchten die Sitzung, um sich einige Posten des Zahlenwerks erklären zu lassen.

Demnach wird der Heidefriedhof Einnahmen künftig in Höhe von etwa 142 574 Euro erzielen . Dennoch entstehe dabei ein Defizit. „Das Minus kriegen sie jetzt auch mit einer neuen Kalkulation nicht direkt weg. Vor 25 Jahren wurden bereits zu geringe Gebühren eingeplant“, sagte Wegener. Zudem könnten die Auslagen für die Friedhofskapelle nicht eins zu eins auf die Nutzer umgelegt werden.

Für die neue Kalkulation wurden laut Wegener alle Posten verteuert. „Vor vier Jahren haben wir nicht richtig planen können, deswegen mussten wir jetzt korrigieren“, erklärte der Experte für Abgabenrecht. Künftig wird eine Urnenwahlgrabstätte 454 Euro (ein Quadratmeter) beziehungsweise 1022 Euro für 2,25 Quadratmeter kosten. Anonyme Urnengrabstätten (0,36 Quadratmeter) sollen 448 Euro und halbanonyme 1397 Euro kosten.

Besonders Manfred Heitmann, Vorsitzender des Arbeitskreises „Heidefriedhof“, konnte nicht nachvollziehen, warum die Kalkulation nicht so angepasst werde, dass kein Defizit mehr entstehe. Außerdem seien weiterhin die Verwaltungskosten viel zu hoch angesetzt.

„Ich persönlich finde es nicht fair, Menschen, die jetzt sterben, für Fehler, die vor 25 Jahren begangen wurden, zahlen zu lassen“, sagte Wegener. Rolf Lammert (CDU) betonte, dass es das gemeinsame Ziel sein müsse, das Defizit weiter zu minimieren. Axel Graßmann (SPD) warf den Haslohern vor, sich mit der Kündigung aus der Verantwortung zu ziehen. „Wenn die Beiträge bisher zu niedrig angesetzt waren, dann auch für die Hasloher. Sie entziehen sich der Verantwortung der Vergangenheit“, betonte Graßmann.

Kay Löhr (FDP) stellte die Frage in den Raum, ob die Firma Kubus denn aus Fehlern gelernt habe. „Können Sie jetzt ausschließen, dass solche Fehler wieder passieren?“, fragte er. „Vor drei Jahren mussten wir alles neu aufbauen. Wir haben im Nebel gestochert. Jetzt nähern wir uns der Wahrheit“, antwortete Wegener darauf. Dem stimmte auch Michael Terrey (Bündnis 90/ Die Grünen) zu: „Wir müssen mit der Unsicherheit leben und akzeptieren, was kommt. Wenn wir ein Defizit haben, dann ist das nun einmal so.“

Mit sechs Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Kalkulation der Gemeindevertretung empfohlen. Am Ende der Diskussion stand für Bönningstedts Bürgermeister Liske (BWG) fest: „Wir kämpfen darum, mit Hasloh den Friedhof auch weiterhin zu betreiben.“


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen