Tornesch : Hawesko verzeichnet dickes Umsatzplus

Alexander Margaritoff, Vorstandsvorsitzender der Hawesko Holding AG, gestern in Hamburg.
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Alexander Margaritoff, Vorstandsvorsitzender der Hawesko Holding AG, gestern in Hamburg.

Im Wein liegt nicht nur die Wahrheit: Der Großhändler knackt im dritten Quartal die 100-Millionen-Euro-Grenze.

shz.de von
07. November 2013, 16:00 Uhr

Für Alexander Margaritoff, Vorstandsvorsitzender der Hawesko Holding AG mit Sitz in Tornesch, war gestern ein guter Tag: Er konnte bekanntgeben, dass es der Handelsgruppe gelungen war, den Umsatz im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,3 Prozent auf satte 100 Millionen Euro zu steigern. Vom 1. Juli bis Ende September 2012 lag der Umsatz noch bei 92,3 Millionen Euro vor Umsatzsteuer.

Margaritoff zufolge seien alle drei Geschäftssegmente des Weinhändlers in den vergangenen Monaten gewachsen. Mit einem Plus von 11,1 Prozent habe sich vor allem der Großhandel steigern können.

Auch im Versandhandel sei ein Umsatzplus im zweistelligen Bereich zu verzeichnen gewesen: Dort registrierte die Holding einen Zuwachs von 10,2 Prozent.

Ebenfalls im Plus, aber bei weitem nicht so stark, ist laut dem Vorstandsvorsitzenden der Umsatz im Bereich des Einzelhandels: 2,9 Prozent erwirtschaftete Jacques’ Wein-Depot, das mit sieben Filialen in Hamburg und einer in Norderstedt (Kreis Segeberg) in der Region vertreten ist.

Das operative Konzernergebnis (Ebit) belief sich im dritten Quartal 2013 auf zwei Millionen Euro. Somit war es um 4 Prozent höher als noch im Jahr 2012. Das hätte, so Margaritoff, noch höher ausfallen können. Doch die französische Tochtergesellschaft Château Classic fuhr „unerwartet hohe“ Verluste ein. Das Minus habe zirka 400 000 Euro betragen.

„Durch den Verlust bei Château Classic wurde eine Korrektur der Steuerquote für das Gesamtjahr erforderlich, die zu einem außerordentlich hohen Steueraufwand von 1,7 Millionen Euro im Quartal führte“, hieß es gestern. Damit habe der Konzernüberschuss nach Steuern und Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter für das Berichtsquartal ebenso wie das Ergebnis pro Aktie bei Null.

Mit dem positiven Abschneiden im dritten Quartal konnte Hawesko auch den Gesamtumsatz des Jahres steigern: Dieser sei um 4 Prozent auf 317 Millionen Euro gewachsen. Im Vorjahr waren es 304,7 Millionen Euro.

Doch trotz der positiven Nachrichten, gab es auch schlechte zu verkünden: Das operative Ergebnis zwischen Neujahr und 30. September lag mit 12,3 Millionen Euro um 1,6 Millionen Euro – also 11,5 Prozent – unterm Vorjahresniveau. Der Konzernüberschuss nach Steuern und Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter belief sich auf 6,4 Millionen Euro, im Jahr 2012 waren es noch 8,8 Millionen Euro. Die Aktie der Hawesko Holding wurde gestern Mittag, 13 Uhr, mit 39,89 Euro gezeichnet.

Da der Vorstand davon ausgehe, dass sich der Negativtrend bei der französischen Tochtergesellschaft Château Classic fortsetzen werde, prüfe er „verschiedene Optionen“ in Hinblick auf die künftige Aufstellung des Konzerns im Großhandel mit Bordeauxweinen. Sprecher Thomas Hutchinson teilte gestern mit, dass das Gremium „kurzfristig“ eine Entscheidung treffen werde. „Infolgedessen sind einzelne Ergebnisbelastungen noch im laufenden Geschäftsjahr nicht auszuschließen“, fügte Hutchinson hinzu. Da diese ein „mittlerer einstelligen Euro-Millionenbetrag“ sein werden, so der Hawesko-Sprecher, prognostiziert der Vorstand einen Anstieg des Umsatzes 2013 von 4 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieser lag bei 449 Millionen Euro. Der Ebit wird, so die Einschätzung von Margaritoff, 22 bis 24 Millionen Euro betragen – 2012 waren es noch 26,1 Millionen Euro.

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