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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 02:47 Uhr

Schandfleck : Haslohs „Rote Flora“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit drei Jahren ist das Gebäude eine Brandruine. Die Gemeinde hat jedoch keine Handhabe - das Bauwerk ist im Privatbesitz.

Einladend ist dieser Anblick wahrlich nicht: Wer am Hasloher AKN-Bahnhof aussteigt, kommt nicht umhin, die bunt bemalte Brandruine zu sehen. Das ehemalige Bahnhofsgebäude in der Ladestraße, in dem zuletzt das Lokal „Eden Rock“ untergebracht war, steht seit drei Jahren leer.

Das Lokal und ein Anbau, von dem nur noch die verkohlten Dachbalken übrig sind, brannten damals aus, die Bewohner im ersten Stock kamen mit dem Schrecken davon. Die geborstenen Scheiben des Untergeschosses wurden von der Feuerwehr mit Spanplatten gesichert. Inzwischen ist das Gebäude mit Graffiti übersät und – nach Auskunft eines in der Nähe wohnenen Haslohers – offenbar auch bewohnt. Zumindest im Wohnwagen, der im Vorgarten steht, scheinen sich dauerhaft Bewohner eingefunden zu haben, so die Beobachtungen der Anwohner.

Ein Fall für die Bauaufsicht
 

„Die Situation ist ärgerlich, aber ich weiß nicht, wie wir sie ändern könnten“, sagte Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD). Der Grund: Das Gebäude befinde sich im Privatbesitz, somit habe die Gemeinde keine Handhabe. Zudem seien die Miet- beziehungsweise Pachtverhältnisse undurchsichtig. „Meines Wissens gibt es einen Eigentümer, der damals einen Pächter für die Gastwirtschaft hatte“, berichtet Brummund. Der Pächter habe wiederum das obere Stockwerk vermietet, so der Bürgermeister weiter. „Ich meine mich zu erinnern, dass das Gebäude nach dem Brand feuerpolizeilich wieder freigegeben wurde“, sagt Brummund. Dass es kein schöner Anblick sei und Anwohner sich daran störten, kann Brummund gut verstehen: „Es ist eine unerfreuliche Situation und ich wäre überglücklich, wenn sich dort etwas bewegen würde“, sagt er.

Zuständig von Seiten der Verwaltung ist jedoch nicht das Ordnungsamt. „Die Nutzung eines Gebäudes ist nicht Sache der Ordnungsbehörde, sondern betrifft das Baurecht – und damit die Baubehörde des Kreises“, erklärt Helga Lohse, Fachbereichsleiterin Ordnungsamt der Quickborner Verwaltungsgemeinschaft.

Andreas Köhler, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Recht und Bauen des Kreises Pinneberg, sagt nach Prüfung der Aktenlage: „Nach unserer Kenntnis wird das Gebäude nicht genutzt – und ist auch nicht nutzbar.“ Von einer Freigabe wisse er nichts. „Wir wollen gern mit der Gemeinde in Kontakt treten, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen“, so Köhler.

Anders sieht es beim gegenüberliegenden Gebäude, auch bekannt als Wiegehaus, aus. Dort ist derzeit die „Villa Kunterbunt“, eine Hasloher Einrichtung zur Kinderbetreuung, untergebracht. Auch hier müssen immer wieder Graffiti-Malerien entfernt werden, mehrfach wurden schon Scheiben eingeschlagen oder andere Gebäudeteile beschädigt. „Dieses Gebäude gehört der Gemeinde, in absehbarer Zeit wird die Entscheidung getroffen werden, ob es abgerissen oder renoviert wird“, so der Bürgermeister.

 

 

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erstellt am 24.Aug.2013 | 00:31 Uhr

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