Haslohs Kampf gegen Lärm

Gemeinde gibt Gutachten zur Feststellung der tatsächlichen Belastung in Auftrag

shz.de von
28. Juni 2018, 16:00 Uhr

Das Thema Lärm ist und bleibt für die Gemeinde Hasloh reine Nervensache. Selbst in den späteren Abendstunden herrscht etwa auf der Kieler Straße noch reger Verkehr. Doch auch Fluglärm, die Geräuschkulisse der AKN, die A 7 sowie der Verkehr auf der Kieler Straße und dem Garstedter Weg gehören dabei zu den Bereichen der Gemeinde, an denen der Lärm besonders stört.

Um genau zu ermitteln, wie ausgeprägt der Lärmpegel ist, wurde bereits 2012 ein Lärmaktionsplan für Hasloh erstellt. Allerdings stellte dieser die Politiker nicht ganz zufrieden. Im Hinblick auf Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung von Lärm blieb es lediglich bei allgemeinen Aussagen und Absichtserklärungen.

Deshalb stimmten die Gemeindevertreter mit 14 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung während ihrer jüngsten Sitzung über die Vergabe eines Auftrags für einen Lärmaktionsplan 2018 ab. Grund für die Vergabe ist laut Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD), dass die Gemeinde für eine Umsetzung von Maßnahmen zur Lärmbekämpfung nicht ursprünglich zuständig ist. Dazu zählen Bundesstraßen, Kreisstraßen und Autobahnen, die jeweils einen anderen Träger haben, sowie schienengebundener Nahverkehr bei dem Verkehrsträger und Luftverkehr beim Flughafenbetreiber.

„Um Forderungen der Gemeinde im Rahmen der Lärmaktionsplanung einerseits inhaltlich begründen und andererseits qualitativ mit Angaben unter anderem zur Zahl der tatsächlich belasteten Personen, zu den maßgeblichen Lärm-Eingangswerten, zur Art und Intensität der Lärmbelastung untermauern zu können, fehlen der Verwaltung die erforderlichen Fachkenntnisse“, schreibt Brummund im Sachverhalt des Beschlussvorschlags. Für die Gemeinde stehen mit der Vergabe Kosten in Höhe von 4932,07 Euro an.

Bereits die erste Erarbeitung und Aufstellung eines Plans stieß laut Brummund auf großes Interesse in der Bevölkerung: „Insbesondere dem Verkehrs- und Fluglärm wird in der Bevölkerung ein hoher und steigender Belastungsgrad zugemessen.“ Damit Maßnahmen in ihrer Durchsetzung Bestand hätten, benötige es eine fachlich fundierte Argumentation.

Zustimmung fand der Antrag von Seiten der Politiker. „Hasloh leidet an allen Seiten an Lärm. Es ist schwer, dagegen anzukämpfen, aber wir wollen nichts unversucht lassen“, sagte Matthias Guckel (CDU) während der Sitzung. Argumentationen mit Zahlen untermauern zu können, könne der Gemeinde für die Zukunft nur helfen. „Das ist gut investiertes Geld“, bekräftigte Guckel. Die CDU-Fraktion lege besonderen Wert darauf, dass in dem Plan auch Ansatzpunkte enthalten sind, wie Lärm dauerhaft reduziert werden könne.

Auch Michael Görres aus der Quickborner Verwaltung bestätigte die Sinnhaftigkeit des Plans. „Sie haben damit deutlich höhere Chancen für fachliche Diskussionen“, erläuterte er.

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