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Sozialausschuss : Hasloh reduziert die Jugendarbeit

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Leiterin Martina „Tinka“ Niehusen soll künftig ihre Stunden auf Bönningstedt und Hasloh gleichmäßig verteilen.

Pinneberg | Martina „Tinka“ Niehusen ist seit mehreren Jahren sowohl Jugendpflegerin für den Jugendraum (JuRa) der Gemeinde Hasloh als auch für das Kinder- und Jugendzentrum (KiJu) der Gemeinde Bönningstedt. Bisher bezahlte Bönningstedt Niehusen für acht Wochenstunden, während Hasloh für 19 aufkam. Seit mehreren Jahren strebt Hasloh eine Angleichung der Wochenstunden an.

Nun traf der Hasloher Sozialausschuss eine erste Entscheidung. Die Arbeitszeit der Jugendpflegerin soll zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Dies bedeutet, dass sie sowohl im Hasloher JuRa als auch im Bönningstedter JuZe künftig 13,5 Wochenstunden arbeiten soll. Mit sechs Ja-Stimmen und drei Nein-Stimmen empfahl der Sozialausschuss der Gemeindevertretung diesen Vorschlag. Einig waren sich die Politiker in der Diskussion allerdings nicht. Horst Rühle (CDU) sah in der Angleichung der Wochenstunden eine Kürzung der Jugendarbeit in Hasloh. „Aus Bönningstedter Sicht ist das natürlich eine gute Entscheidung, aber Hasloh muss dann zurückrudern. Das halte ich für falsch“, betonte Rühle.

Niehusen würde nach diesem Beschluss jeweils zweieinhalb Tage in den beiden Gemeinden vor Ort sein. Für Hasloh fällt somit ein Tag weg, dies würde eine Kürzung von etwa 40 Prozent bedeuten. „Es ist gut, wenn Bönningstedt seine Beteiligung erhöht, aber für uns ist es kein gutes Signal, wenn wir bei den Jugendlichen sparen“, sagte Jens Schwarzer (SPD). Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) betonte dagegen die Dringlichkeit der Angelegenheit. „Seit Jahren versuchen wir eine Regelung mit Bönningstedt zu finden. Jetzt wollen sie erhöhen“, so Brummund.

Außerdem sei dieses Modell bereits während der Haushaltsberatungen auf dem Tisch gewesen. „Ich wäre sehr froh darüber, wenn eine Gleichheit zwischen den Gemeinden erfolgen würde“, sagte der Bürgermeister.

Einsparungen im fünfstelligen Bereich

Außerdem würde Hasloh jährlich 10.400 Euro einsparen. Auch Marie-Christine Lassé (FDP) sah für Hasloh keine Nachteile: „Bei diesem Modell verliert niemand. Die Stunden variieren einfach nur.“ Rühle votierte bei der Abstimmung gegen den Beschluss. „Mir ist momentan noch zu vieles unklar. Wie soll das pädagogische Konzept aussehen?“, fragte er in die Runde. Auch Ausschussvorsitzende Anne Worthmann (CDU) sah in der Umverteilung eine Kürzung der Jugendarbeit in Hasloh. „Wenn die Hasloher Kinder für die Angebote nicht extra nach Bönningstedt fahren, dann sehe ich klar eine Reduzierung der Jugendarbeit“, sagte sie. Außerdem wisse sie nicht, wie die Kinder dazu motiviert werden sollen, den Weg auf sich zu nehmen. „Wir stochern momentan noch sehr im Nebel“, stellte sie fest.

Es soll ein Gespräch zwischen den Bürgermeistern und Niehusen stattfinden. Auch jeweils ein Mitglied aus den Sozialausschüssen soll dabei sein. „Dann können wir konkretisieren, wie ,Tinka‘ sich das Ganze vorstellt“, sagte Worthmann.

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erstellt am 06.Apr.2017 | 14:00 Uhr

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