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Es geht um Geld : Hasloh: Entweder Schule oder Unterkünfte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hasloher Haushaltssituation stellt Gemeinde vor Entscheidung: Bildungseinrichtung sanieren oder Schaffung von Wohnraum.

Hasloh | Das alte Hasloher Pastorat ist als Flüchtlingsunterkunft endgültig vom Tisch. „Das ist unwirtschaftlich und nicht vertretbar“, machte Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) während der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses am Mittwochabend angesichts der Kostenschätzung von 128.000 Euro deutlich.

Damit ist die Unterbringung von 20 Geflüchteten im Ort wieder in weite Ferne gerückt. Derzeit leben lediglich acht der 48 Hasloher Flüchtlinge im Dorf. Zwar berichtete der Ausschussvorsitzende Thomas Krohn (CDU) als kleinen Lichtblick von Gesprächen zur Anmietung von zwei Wohneinheiten, in denen 20 Personen unterkommen könnten – doch angesichts der Tatsache, dass schon mehrfach die Versuche Wohnraum anzumieten gescheitert waren und noch keine Verträge unterzeichnet wurden, mochten sich die Gemeindevertreter auf diese Option nicht verlassen.

Auf die Frage von Kay Löhr (FDP), was denn der vor zwei Monaten gegründete Arbeitskreis „Wohnraum für Geflüchtete“ zwischenzeitlich erarbeitet hat, stellte sich heraus, dass dieser gar nicht getagt hatte – weil nicht klar gewesen sei, wer dazu einladen solle. Auch der Beschluss, das sogenannte Kieler Modell – nachhaltige Neubauten in modularer Bauweise – weiterzuverfolgen, wurde nicht umgesetzt.

„Mit den Kosten für das Modell von 1,5 Millionen Euro sehe ich Probleme“, erklärte Brummund. Selbst, wenn dies wirtschaftlich sei, müssten andere Investitionen gestrichen werden. „Ich habe mit der Kommunalaufsicht telefoniert und dabei erfahren, dass diese Investition zu Lasten der Sanierung unserer Schule gehen würde – das geht für mich nicht“, sagte Brummund. Deshalb habe er diesen Weg nicht weiter verfolgt.

Zudem sei es schwierig gewesen, Experten, die das Modell erläutern könnten, ausfindig zu machen. „Ein anderer Ansatz wäre, für so einen Neubau Investoren oder eine andere Art der Finanzierung zu finden“, erläuterte der Bürgermeister – und brachte Wohncontainer als mögliche Übergangslösung ins Spiel. „Ich habe einen Beschlussvorschlag erarbeitet der vorsieht, das Pastorat abzureißen, die Fläche zu planieren und die vorhandenen Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser zu nutzen, um dort Container aufzustellen“, schlug Brummund vor.

Karl-Heinz Starck (CDU) kommentierte dies mit dem Ausruf „Unmöglich“, Löhr sagte dagegen: „Ich stimme dem ,umöglich‘ zu – aber nur, weil ich es unmöglich finde, dass das jetzt erst zur Sprache kommt.“ Er sei unter der Maßgabe, dass das Ziel sein müsse, anderen Wohnraum zu finden, mit Containern als Übergangslösung einverstanden. „Vorher müssen wir aber erst mal wissen: Was kosten sie und kriegen wir überhaupt welche“, sagte er. Gunnar Schacht (SPD) schlug vor, zwei Alternativen prüfen zu lassen: Die Kosten für Miete oder Kauf von Containern für zehn beziehungsweise für 20 Personen sollen nun zügig in Erfahrung gebracht werden. Mit einer Gegenstimme wurde dies befürwortet.

Nichtsdestotrotz drängte Löhr darauf, parallel weitere Planungen voranzutreiben. „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es bei der jetzigen Anzahl von Flüchtlingen bleibt, wir müssen vorbereitet sein.“ Das Gremium einigte sich darauf, über die Verwaltung Kontakte zu Städten und Gemeinden herzustellen, die bereits Neubauten errichtet haben.

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erstellt am 15.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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