zur Navigation springen

Gewerbegebiet : Hasenmoor: Gartenidylle in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gewerbegebiet statt Kleingärten: Die Stadtverwaltung denkt über eine Umwandlung nach. Der Vereinsvorstand übt Kritik.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Der Frühling steht vor der Tür. Für Michael Melerski heißt das: Raus ins Grüne, in seine Schrebergartenparzelle. Seit zwölf Jahren bewirtschaftet der 73-Jährige das Grundstück in der Kleingartenanlage Hasenmoor. Zwölf Jahre, in denen sich Melerski eine kleine Idylle geschaffen hat, die nun in Gefahr geraten könnte. Denn das Gelände gehört der Stadt Pinneberg – und die steckt finanziell in den roten Zahlen. Die Stadtverwaltung hat daher einen Maßnahmenkatalog zur Sanierung des Haushalts erstellt. Auf der Liste stehen auch die Schrebergärten am Hasenmoor.

Der Vorschlag: Die Anlage könnte verlegt werden, auf dem Gelände ein Gewerbegebiet entstehen. Dringend benötigte Steuereinnahmen könnten so in die Kassen gespült werden. Nach Aussage des Vereins müsste die Stadt den Schrebergärtnern dann neue Flächen überlassen, ein neuer Standort am Westring soll angedacht sein. Für den Vereinsvorsitzenden Axel Rutte ein nicht akzeptabler Vorschlag: „Wir müssten ödes Land in blühende Gärten verwandeln“, heisst es in dem Schreiben an Verwaltung und Politik. Auch Melerski verweist auf die langjährige Arbeit, die viele Kleingärtner in ihr Grundstück gesteckt haben. „Manche Parzellen werden schon in der dritten Generation bewirtschaftet.“ Er selbst sei im Frühling und im Sommer bei schönem Wetter eigentlich jeden Tag im Garten. Einen Umzug würde er persönlich nicht mitmachen. „Bei den Obstbäumen, bei Beerensträuchern, fängt man wieder von vorn an.“ Für einen Neuanfang sei er zu alt. Dies treffe auf viele Mitglieder der größten Pinneberger Schrebergartenkolonie zu. Auch Rutte schreibt: „Viele von uns haben eine enorme emotionale Beziehung zu ihrer grünen Oase aufgebaut.“

Die Kleingartenanlage sei darüber hinaus ein „idealer Übergang“ zum angrenzenden Regionalpark Wedeler Au. Rutte: „Ein Gewerbegebiet wäre schwerer Umweltfrevel.“ Zwar müsse die Stadt Pinneberg einen finanziellen Ausgleich zahlen, doch dieser ermögliche keinen kompletten Neustart. Wer kein finanzielles Polster ausweisen könne, müsse aufgeben. „Der Leidtragende der finanziellen Misere in unserer Stadt wäre also wieder der kleine Mann“, schreibt Rutte.

Melerski betont auch den Nutzen, den die Öffentlichkeit von der Kleingartenanlage Hasenmoor habe. „Unsere Tore sind niemals geschlossen. Viele Anwohner nutzen das Gelände zum Spazierengehen, besonders im Frühling, wenn alles blüht.“ Auch der nahegelegene Spielplatz werde von den Schrebergärtnern unentgeltlich gepflegt. „Vier Kitas aus der Umgebung nutzen die Anlage“, so Melerski und fügt hinzu: „Wir tun viel für die Erholungsmöglichkeiten der Bevölkerung..“ Bauamtschef Klaus Stieghorst betont: „Konkrete Pläne zur Umwandlung in ein Gewerbegebiet wird die Verwaltung nur entwickeln, wenn die Politik sich entsprechend entscheidet.“

Der Pinneberger Kleingärtnerverein wurde am 5. April 1932 gegründet. Heute bewirtschaftet der Verein fünf Anlagen in Pinneberg: Hasenmoor, Haidkamp, Osterlohkamp, Funktürme und Wedeler Weg. Die Anlage Hasenmoor ist mit 182 Parzellen die größte. Hier befindet sich auch der Sitz des Vereinsheims. Jeden ersten Montag im Monat bietet der Verein von 17 bis 19 Uhr Sprechzeiten an. Interessenten können sich bei dieser Gelegenheit über die Bedingungen für die Aufnahme in den Verein informieren. Alternativ kann ein Termin bei Vorstand Axel Rutte vereinbart werden. Telefon (04103) 7033747, kgv-pi.de
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen