Geschützte Tierart : Haselmaus in einem Biotop in Bönningstedt entdeckt

Die Haselmaus wird – ohne Schwanz – nur etwa acht Zentimeter groß.

Die Haselmaus wird – ohne Schwanz – nur etwa acht Zentimeter groß.

Seltenes Tier wurde lange nicht in der Region gesichtet. Lebensraum und Nahrung für die Nager werden immer knapper.

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20. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Der Hasloher Hans-Georg Mäckelmann ist vielen Bürgern als „Vogel-Vater“ bekannt. Schließlich kümmert er sich seit vielen Jahren um die Verteilung, Instandhaltung und Pflege der mehr als 100 Nistkästen, die allein in Hasloh hängen.

Auch vor wenigen Tagen war Mäckelmann wieder unterwegs. „In einem Biotop zwischen Bönningstedt und Norderstedt habe ich die Nistkästen gereinigt“, erklärt er. Grund dafür sind die heimischen Vögel, die im Winter die Kästen als gemeinsamen Unterschlupf wählen, um sich, vor Wind und Wetter geschützt, darin gegenseitig zu wärmen.

Nager im Nistkasten

„Als ich einen Kasten aufmachte, blickten mich zwei schwarze Knopfaugen an“, berichtet der Vogelfreund. Sofort habe er erkannt, um welches Tier es sich handelt: die selten gewordene Haselmaus, die 2017 das „Tier des Jahres“ war. „Sie sind an ihrem buschigen Schwanz leicht zu erkennen. Wenn sie Winterschlaf halten, wickeln sie sich in ihren Schwanz ein, um sich zu wärmen“, erläutert Mäckelmann.

Schnell habe er die Luke des mit Moos und Laub ausgepolsterten Nistkastens wieder geschlossen, um das Tier nicht zu verjagen. Und tatsächlich: Als er wenige Tage später noch einmal nachsah, schlummerte das Tierchen friedlich in seinem Unterschlupf.

„Ich habe seit bestimmt 30 Jahren hier weit und breit keine Haselmaus mehr gesehen – und bin wirklich fast täglich in der Natur unterwegs“, betont der Experte. Im Übrigen handele es sich bei dem seltenen Tier nicht um eine Maus: „Sie ist ein Nagetier aus der Familie der Mäusebilche und damit näher mit dem Eichhörnchen als mit der Maus verwandt“, erklärt Mäckelmann. Als Grund für den starken Rückgang der Population nennt er den Rückgang des Lebensraums allgemein und die Suche nach Nahrung im Besonderen. „Sie leben in Knicks und dichten Hecken und brauchen Nüsse, Beeren, Eicheln oder andere Samen und Baumknospen“, erläutert Mäckelmann. Aber auch Kleintiere und Vogeleier werden durchaus nicht verschmäht.

Haselmaus ist nachtaktiv

„Die Haselmaus ist nachtaktiv, tagsüber schläft sie“, weiß der Experte. Ob das Tier in einem bestimmten Gebiet heimisch sei, können nur an den Spuren erkannt werden, die das flinke Tier hinterlässt: „Wer auf dem Waldboden eine hohle Haselnuss findet, deren Schale am Ende ein kreisrundes Loch aufweist, kann sich sicher sein: Das war eine Haselmaus“, erläutert Mäckelmann.

Schon Alfred Brehm beschrieb in seinem Standardwerk „Brehms Tierleben“ den kleinen Nager als „eines der niedlichsten, anmutigsten und behendesten Geschöpfe unter allen europäischen Nagetieren, ebenso ausgezeichnet durch zierliche Gestalt wie durch Reinlichkeit, Nettigkeit und Sanftheit des Wesens“. Die Baumtiere kletterten dank ihrer Vorderpfoten nicht nur flink selbst auf dünnen Ästen, sondern bedienten sich auch der Techniken, die sonst Affen vorbehalten seien: „Es kommt oft vor, dass sie sich mit den Hinterbeinen an einem Zweig aufhängen, um eine tiefer liegende Nuss zu erlangen und zu bearbeiten“, schreibt Brehm. Die leicht zu zähmenden Tiere waren in England früher sogar als „Stubentiere“ beliebt.

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