Harte Zeitvorgabe für Toilettengang

Sie laden ein: Heide Klingauf (von links), Cornelia Nordheim, Hilde Dalldorf, Annelie Zimmermann, Dora Beckmann, Inge Dithmer und Anette Rohwer.
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Sie laden ein: Heide Klingauf (von links), Cornelia Nordheim, Hilde Dalldorf, Annelie Zimmermann, Dora Beckmann, Inge Dithmer und Anette Rohwer.

15. Frauenkleidermarkt: Ausstellung zeigt rauen Arbeitsalltag in Textilfabriken / Rellingerinnen feiern kleines Jubiläum am 17. und 18. Februar

shz.de von
08. Februar 2018, 16:00 Uhr

Müsst ihr auch so hart arbeiten? Verdient ihr auch so wenig? Mit solchen Fragen würde die in einer Textilfabrik arbeitende Shahnaz Akter (23) sich gern an Frauen in Deutschland persönlich richten. Sie arbeitet sechs Tage die Woche von acht Uhr morgens bis neun Uhr abends in einer Bekleidungsfabrik. Pro Stunde näht sie hundert Kragen an. Auch wenn sie für sich selbst sorgt und nach eigenen Aussagen alles kann, findet sie es schlimm, dass ihr beispielsweise vorgeschrieben wird, wann und wie lange sie auf die Toilette gehen darf.

Shahnaz Akter ist eine von acht Frauen, die im Zuge einer Ausstellung der Organisation Femnet im Rellinger Rathaus bis zum 16. Februar zu sehen ist. Femnet ist eine Organisation, die sich für bessere Arbeitsbedingungen von Textilarbeiterinnen in den Produktionsländern einsetzt.

Rellingens Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann und ihr engagiertes ehrenamtliches Helferinnenteam möchten Frauen einladen, sich die Ausstellung anzuschauen, aber auch am 15.     Rellinger Frauen-Kleidermarkt mitzuwirken. Sie veranstalten den Markt am Sonnabend, 17. Februar, von 13 bis 17 Uhr und am Sonntag, 18. Februar, von 10 bis 13  Uhr. „Einige Frauen warten auf den Kleidermarkt schon das ganze Jahr“, sagt Heide Klingauf. Während die Modenschau am Sonnabend um 16 beginnt, veranstalten die Rellingerinnen die Modenschau am Sonntag um 12  Uhr. „Auch jüngere Frauen können hier tolle Sachen finden“, betont die Gleichstellungsbeauftragte. Ansonsten würden Anhänger von Vintage-Mode bei der Veranstaltung fündig.

Kleiderspenden werden am Freitag, 16. Februar von 15 bis 18 Uhr erstmals in der Schmidt-Schaller-Halle, Jahnstraße 1 entgegengenommen. Zu den erwünschten Spenden zählen T-Shirts, Blusen, Pullover, Röcke, Hosen, Kleider, Schuhe, Mäntel, Jacken, Tücher und Taschen für Frauen in allen Größen. Der Eintritt beträgt einen Euro. „Helfen sie mit und unterstützen sie uns“, appelliert die Gleichstellungsbeauftragte.

Die Einnahmen der vergangenen Kleidermärkte haben es Beckmann und ihrem Team ermöglicht, Spenden in Höhe von 88000 Euro zu überweisen. „Es ist uns wichtig, dass wir mit dem Geld beispielsweise Gewerkschaften in Bangladesch unterstützen“, erläutert Hilde Dalldorf. Die Rellingerinnen unterstützen darüber hinaus in Deutschland die Aktion „Fair-Schnitt“ – Studieren für eine sozialgerechte Modeindustrie.

Der Kleidermarkt wird abgerundet mit fair gehandeltem Kaffee und Kuchen und weiteren Produkten des Eine-Welt-Ladens. „Wir setzten uns dort schon seit Jahrzeiten dafür ein, dass die Produktionsbedingungen in Herkunftsländern fair sind“, erläutert Inge Dithmer. Es gebe hier Produkte zu fairen Bedingungen.

Während die Cafeteria im Turnerheim für Frauen, Männer und Kinder ihre Pforten öffnet, hat der Markt nur für Frauen geöffnet. „Geheimtipp ist der Einkauf am Sonntag von 10 bis 13      Uhr“, erläutert Beckmann. Der Ertrag aus der Cafeteria kommt ebenfalls dem aus dem Kleidermarkt gesammelten Gesamt-Erlös zugute. Der Eintrittspreis für den Markt beträgt einen Euro.




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