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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 12:41 Uhr

Pinneberg : Handwerker-Campus geplant

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Traditionsunternehmen Höhne wandert nach Kaltenkirchen ab. Viele kleine Betriebe sollen die Lücke schließen.

Pinneberg | Ein Industriegelände in der Mühlenstraße 76: Seit 1972 fertigte hier das Unternehmen Höhne dort Kabelgarnituren und Vergussmassen. 30 Mitarbeiter, ein wichtiger Gewerbesteuerzahler in der Kreisstadt. Seit kurzem ist die Firma weg, abgewandert nach Kaltenkirchen. Ein Schlag für Pinneberg. Und eine Lücke, die geschlossen werden soll. Geht es nach Claaß Barth, dem Besitzer des Geländes, und Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa soll auf dem 15.000 Quadratmeter großen Gelände nun ein Handwerker-Campus entstehen.

„Höhne ist letztlich gegangen, weil die Grundstückspreise in Kaltenkirchen viel niedriger waren“, sagt Krappa. Er und Barth hätten alles versucht, um den Betrieb in der Stadt zu halten. Die Suche nach einem vergleichbaren Ersatz gestalte sich schwierig. Barth: „Solchen Unternehmen ist es zu riskant, auf den Bau der Westumgehung zu warten.“

Große Nachfrage bestehe jedoch bei Handwerksbetrieben. 1000 bis 2000 Quadratmeter Fläche für einen Betrieb seien begehrt – in Pinneberg jedoch zu selten vorhanden. Krappa: „Die Baubranche boomt, viele Pinneberger Unternehmer bekommen viele Aufträge, gerade auch in Hamburg.“

Das Konzept für die Mühlenstraße: Acht bis neun Handwerker sollen sich dort zusammenschließen und die Fläche von Claaß Barth gemeinsam bewirtschaften. Die Bausubstanz, die Höhne hinterlassen hat, wird in Kürze abgerissen. Der Bagger steht schon bereit. Die Betriebe des Handwerker-Campus könnten gemeinsam mit Barth die neue Bebauung planen. „Wir könnten zusammen entscheiden, wie die Parkplätze angelegt werden oder ob Bedarf nach Breitbandinternet besteht“, so der Grundstückseigentümer. Barth arbeitet mit einem Architekturbüro zusammen, das vergleichbare Projekte bereits in Harburg geplant hat.

Da alle gemeinsam ans Zeichenbrett treten, könnte Rücksicht auf die jeweiligen Bedürfnisse der Gewerbetreibenden genommen werden. „Wer einen Show-Room braucht, kommt näher an die Straße“, sagt Krappa. Gemeinsam mit Barth ist er mit dem Konzept bereits bei der Handwerkskammer vorstellig geworden. Krappa: „Dort findet man die Idee gut.“ Es gebe bereits einige Interessenten. Noch sei man aber auf der Suche nach weiteren Unternehmern. Interessenten können sich unter 04101-211120 beim Wirtschaftsförderer melden.

In Stein gemeißelt ist noch nichts. Krappa: „Wenn sich doch ein großes Unternehmen meldet, das auf das Grundstück will, nehmen wir das auch.“ Doch auch wenn sich kleine Betriebe ansiedeln, ist Krappa optimistisch, die fehlenden Steuereinnahmen durch den Abgang von Höhne aufzufangen.

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erstellt am 23.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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