Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg : Handgranate bei Gartenarbeiten in Pinneberg entdeckt

Diese Handgranate vom Typ M39 wurde im Garten eines Einzelhauses in Pinneberg-Quellental entdeckt.
Diese Handgranate vom Typ M39 wurde im Garten eines Einzelhauses in Pinneberg-Quellental entdeckt.

Garten- und Landschaftsbauer Jan Diercks findet die Granate vom Typ M39 und denkt zunächst es wäre ein Stein.

shz.de von
06. April 2018, 13:00 Uhr

Pinneberg | Zuerst habe er gedacht, dass sei einfach nur ein Stein, berichtet Garten- und Landschaftsbauer Jan Diercks. Bei Baggerarbeiten in einem Garten – gelegen in einer kleinen Seitenstraße in Pinneberg Quellental – war ihm ein harter dunkler Klotz aufgefallen. „Ich habe dann noch ein paar Mal mit der Schaufel draufgehauen, um das Ding kleinzukriegen. Dabei ist mir das metallische Geräusch aufgefallen“, erzählt Diercks. Denn es war weder ein Lehmklumpen, noch ein Stein. Sondern eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Als Diercks bei dem Vorfall am Donnerstagmittag dann klar wurde, dass er mit seinem Spaten möglicherweise gerade auf ein Munitionsstück eingeschlagen hatte, rief er die Polizei. Die Polizisten und der dann alarmierte Kampfmittelräumdienst identifizierten den Fund als Handgranate vom Typ M39. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Eihandgranate, die ab 1939 und bis zum Ende des Kriegs gebaut wurde. Es war die meistgebaute Granate der Wehrmacht und hatte in etwa die Größe einer Zitrone.

Er entdeckte die Handgranate: Garten- und Landschaftsbauer Jan Diercks.
Mustafa Qayumi

Er entdeckte die Handgranate: Garten- und Landschaftsbauer Jan Diercks.

 

Die Polizei sperrte für die Dauer des Einsatzes am Donnerstag die anliegende Straße Hätschenkamp ab. Die Arbeit des Kampfmittelräumdienstes vor Ort war dann nach wenigen Minuten erledigt. Der Mitarbeiter zog sich robuste Handschuhe an, hob die M39 auf und legte sie im Kofferraum seines Einsatzfahrzeugs in eine mit Sand gefüllte Spezialkiste.

Jan Diercks wartete während des Einsatzes an seinem Fahrzeug und beobachtete das Geschehen. Ob er nervös war? „Nö“, sagt der Garten- und Landschaftsbauer: „Ist ja nichts passiert.“ Und während die Granate zur Entsorgungseinrichtung des Kampfmittelräumdienstes gebracht wurde, nahm Diercks wieder den Spaten in die Hand und sagte: „Ich mach jetzt mal meine Arbeit weiter.“

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