Cyber-Kriminalität : Handel mit Bankkonten: Pinneberger soll 100.000 Euro erbeutet haben

Er versteckte Geld für Kriminelle im Internet. Und hortete Waffen und Cannabis.

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11. März 2016, 11:29 Uhr

Pinneberg | Ein 29 Jahre alter Mann aus Pinneberg soll im Internet schwunghaften Handel mit Bankkonten betrieben haben. Jetzt sitzt er in U-Haft. Er stehe im Verdacht, mindestens 85 Konten mit falschen Personalien eingerichtet und sie anschließend für jeweils mindestens 1400 Euro über Handelsplattformen in Untergrund-Foren des Internets verkauft zu haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main am Donnerstag mit. Damit würde die erbeutete Summe mehr als 100.000 Euro betragen. Es ist aber weitem noch nicht das einzige Vergehen, für das der Pinneberger nur zur Rechenschaft gezogen wird.

Auf falsch deklarierte Bankkonten greifen Kriminelle zurück, um Geld aus Straftaten etwa illegalen Geschäften mit Drogen oder Waffen zu horten. Cyber-Kriminelle legen die Konten für sie an. Sie agieren meist im Darknet.

Bereits am Mittwoch wurden laut Generalstaatsanwaltschaft neun Wohnungen in Hamburg und im Kreis Pinneberg durchsucht. Der 29-Jährige wurde festgenommen und sitzt – nachdem er einem Haftrichter vorgeführt wurde – in Untersuchungshaft.

Hilfe bei der Einrichtung der Konten sollen zwei Mitarbeiter von sogenannten Verifizierungsdiensten geleistet haben, indem sie gegen Zahlung von 100 bis 200 Euro pro Konto die falschen Personalien der angeblichen Neukunden bestätigt haben.

Solche Konten seien in der sogenannten Cybercrime-Szene als „Bankdrops“ bekannt, teilten die Ermittler mit. In der Regel werden sie samt Online-Banking-Zugangsdaten, EC- und Kreditkarten verkauft. Sie dienen dazu, Geld aus Straftaten zu transferieren.

Bei der Durchsuchung wurden nach  Angaben der Generalstaatsanwaltschaft außer Blanko-Zahlungskarten, Computern und Datenträgern auch Waffen sichergestellt – eine Blendgranate, eine Schreckschusswaffe und Manövermunition. Außerdem fanden die Ermittler Cannabis und zirka 2000 Euro Bargeld.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ist in Deutschland zentral für die Internetkriminalität zuständig. Wie die Ermittler auf diesen Fall aufmerksam wurden, wollte eine Sprecherin aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

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