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Olympische Spiele 2024 : Hamburg setzt auf das Umland

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Countdown läuft: Schon in wenige Wochen soll die Entscheidung fallen, ob sich Deutschland mit Hamburg oder mit Berlin um Olympische Spiele bewerben will. Die Stadt setzt bei ihren Bemühungen auf die Hilfe der Region.

Hamburg/Kreis Pinneberg | Hamburg will Olympia – und auch für die Nord-Nachbarn soll gelten: Dabeisein ist alles. Denn im Konzept der Hansestadt für die Sommerspiele ab 2024 kommt dem Umland eine gewichtige Rolle zu. „Wir beziehen die Metropolregion selbstverständlich in unsere Planungen ein“,  kündigte Reinhard Wolf an, der als  „Mister Olympia“ an der Elbe  und als Beauftragter der Handelskammer für die Vorbereitung der Bewerbung an entscheidender Stelle mitverantwortlich ist.

Auch wenn das Olympia-Rezept der Hanseaten noch geheime Kommandosache ist, steht fest: Hamburg setzt wieder auf Spiele im Herzen der Stadt, direkt an der Elbe. Wie bei der viel gelobten Bewerbung um die Spiele 2012 sollen die wichtigsten Wettkampfstätten im Hafen konzentriert sein. Hotspot wird der Kleine Grasbrook nahe den Elbbrücken, wo  nebeneinander das Olympiastadion, das Schwimmstadion, die Turnarena sowie das Olympische Dorf entstehen sollen.

Aber: Ganz allein will und kann der Stadtstaat das größte Sport- und Medienevent der Welt nicht stemmen. Hamburg ist auf Wettkampfstätten und Unterbringungsmöglichkeiten im Umland angewiesen.

Benötigt wird  unter anderem ein Standort für  die Segel- und Windsurfwettbewerbe, aber  auch für einige der Mannschaftssportarten braucht der Gastgeber zusätzlich mehrere olympiataugliche große Arenen. So denken die Planer daran, Spiele der Fußball- und der Handballturniere  in anderen norddeutschen Städten auszutragen; etwa in Bremen, Hannover und Rostock. Für die Handballmatches gelten  die schleswig-holsteinischen Hochburgen Flensburg und Kiel als  gesetzt.

Sogar komplette Wettkämpfe sollen im Umland über die Bühne gehen. Wie beim 2012er Konzept gilt es als Option, dass die Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen und die Schützen in Garlstorf (beides Niedersachsen) um Gold kämpfen.  Die damalige Idee, Base- und Softball in Elmshorn anzusiedeln, ist vom Tisch. Beide Sportarten sind aus dem olympischen Katalog gestrichen wurden. Aber: Ab 2016 ist Golf olympisch – damit wird Gut Kaden im Kreis Segeberg zu einer  Option.

Auch bei einigen Langstreckendisziplinen bietet es sich an, die Routen durch den Speckgürtel zu legen. Das gilt vor allem für die Straßenradrennen, wäre aber auch für den Triathlon, das 50-Kilometer-Gehen sowie den Marathon möglich.

Unabdingbar ist die Hilfe des Umlandes zudem bei der Beherbergung der bis zu zwei Millionen erwarteten Olympia-Gätse.  Und auch bei der Kultur.  So könnte das Schleswig-Holstein Musik Festival Teil des Rahmenprogramms werden, sagte ein Eingeweihter.

Offiziell ist das alles noch nicht.  Zunächst muss Hamburg bis zum 31. August, ebenso wie Konkurrent Berlin,  dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) seine Überlegungen darstellen. Das DOSB-Präsidium will dann bis Ende Oktober eine Empfehlung dafür abgeben, welche deutsche Stadt sich international bewerben soll. Markus Lorenz

Unterstützung aus dem Kreis Pinneberg

Vor ihrem inneren Auge sehen Politiker und Sportbegeisterte aus dem Kreis Pinneberg bereits das olympische Feuer in Hamburg lodern. Sollte die Hansestadt ihre Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024  einreichen, ist die Unterstützung aus dem Kreis gewiss.

„Olympia links und rechts der Elbe, das wäre wunderbar“, so Karsten Tiedemann, Geschäftsführer des Kreissportverbands Pinneberg. „Das würde auf jeden Fall einen Schub bedeuten im Hinblick auf die Sanierung unserer zum Teil sehr maroden Sportanlagen. Auch in das Programm   könne der Kreis eingebunden werden, die Wettbewerbe im Reitsport ausrichten.

„Wir haben Interesse. Wir sind sportbegeistert. Wir sind bereit“, fasst Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje die Resonanz in Elmshorn zur einer Olympia-Bewerbung Hamburgs zusammen. Es gebe bereits Gedanken einer möglichen Unterstützung. „Der Reitsport hat bereits den Finger gehoben. Aber man  muss natürlich gemeinschaftlich schauen.“

Bei den gemeinschaftlichen Überlegungen wäre auch Wedels Bürgermeister Niels Schmidt  dabei:  „Wir glauben, dass es einen Riesenschub für die Region geben könnte“, so Schmidt. Ob mit Trainingsstätten, Unterbringungsmöglichkeiten, oder touristischen Angeboten: Wedel würde sich einbringen.  Schmidt ergänzt: „Bereits zur  Fußball-Weltmeisterschaft 2006 konnte man das internationale weltoffene Klima in Wedel spüren. Das fanden wir toll und würden es gern in größerem Rahmen wiedererleben.“

 Auch aus Pinneberg kommt ein klares Signal zur Unterstützung. „Der Norden ist die erste Wahl für die Olympischen Spiele“, ist sich  Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg sicher.  Das Ganze hätte eine positive Wirkung auf Sportvereine, Wirtschaft – und somit auch  den Arbeitsmarkt.  Auch Dirk Matthiessen vom Stadtmarketing Pinneberg  sieht durch eine Bewerbung positive Impulse für die Bauwirtschaft, die Verbesserung von informationstechnologischen Strukturen, den Ausbau von Verkehrsstrecken  und  die Ansiedlung  neuer Hotelbetriebe gegeben. Es gebe die Perspektive, dass „sich damit verbundene Kosten letztendlich bezahlt machen.“ 

Dazu sieht Kreissprecher Mark Trampe einen Imagegewinn „nicht nur für die Stadt Hamburg, sondern auch die Metropolregion.“

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erstellt am 08.Aug.2014 | 12:00 Uhr

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