Treffpunkt für Bürger : Halstenbeker Wochenmarkt: Gesundes frisch und regional

Reinigungsmittel, Honig oder ganz klassisch Obst wie bei Sven Heinrich (Mitte) bietet der Halstenbeker Wochenmarkt jeden Freitag von 8 bis 12.30 Uhr an.
Reinigungsmittel, Honig oder ganz klassisch Obst wie bei Sven Heinrich (Mitte) bietet der Halstenbeker Wochenmarkt jeden Freitag von 8 bis 12.30 Uhr an.

Der Halstenbeker Wochenmarkt ist zwar geschrumpft, hält sich aber seit 40 Jahren.

shz.de von
25. Juli 2018, 12:00 Uhr

Halstenbek | Wirtschaft, Kultur, Freizeit – in unserer Serie „Liebenswertes Halstenbek“ stellen wir unterschiedliche Aspekte des Halstenbeker Lebens vor. Heute: der Wochenmarkt.

Der Halstenbeker Wochenmarkt ist klein, hat aber seit vier Jahrzehnten eine treue Kundschaft, die freitags den Weg zum Rathausvorplatz findet, um sich mit frischem Obst, Gemüse, Fisch oder Blumen aus der Region einzudecken. Im vergangenen Jahr feierte der Markt sein 40-jähriges Bestehen (wir berichteten) und er behauptet sich weiterhin gegen Discounter.

Seit 2 Uhr auf den Beinen: Christiane Jeske (links) und ihre Tochter haben einen langen Tag.
Hans-Joachim Kölln
Seit 2 Uhr auf den Beinen: Christiane Jeske (links) und ihre Tochter haben einen langen Tag.
 

Einfach mal raus, gute Bekannte treffen und sich über Gott und die Welt unterhalten – der Wochenmarkt ist ein beliebter Treffpunkt für die Menschen des Ortes geblieben. Persönlich, frisch, regional und saisonal, so ist der Wochenmarkt auf einem Werbebanner beschrieben. Und dies spiegelt sich auch bei der Auswahl der Marktbeschicker wider. Angelika Dann und ihr Mann Horst kommen seit 35 Jahren. Sie bieten Blumen und Gemüse – zum großen Teil aus eigener Produktion – an. Angelika Dann sagt: „Mit der Zeit lerne ich nicht nur die Gesichter kennen, sondern auch die Namen. Dann kann ich meine Kunden individuell begrüßen.“

Viele der Kunden sind, zugegeben, meist gesetzteren Jahrgangs. Für sie gehört der Besuch des Wochenmarkts zur wöchentlichen Routine. Alwin Knabe hat einen guten Bekannten getroffen, den Altbürgermeister Gerhard Flomm. Der erinnert sich: „Früher war hier auf dem Vorplatz kein Platz mehr frei. Aber dass Wochenmärkte es schwer haben, bringt wohl die moderne Zeit mit sich.“ Gemeint ist, dass Lebensmittelgeschäfte und Discounter Kaufkraft abziehen und in der Nähe der Märkte Parkplätze entweder fehlen oder teuer bezahlt werden müssen.

Seit vierzig Jahren regional: Alwin Knabe (links) und Altbürgermeister Gerhard Flomm sind dem Wochenmarkt treu.
Hans-Joachim Kölln
Seit vierzig Jahren regional: Alwin Knabe (links) und Altbürgermeister Gerhard Flomm sind dem Wochenmarkt treu.
 

Die Diskussion um die Attraktivität von Wochenmärkten wird ein Thema bleiben. Bürgermeister Claudius von Rüden, der seine Bürgersprechstunde vor dem Rathaus abhält, sagt: „Natürlich hätten wir gern mehr Marktbeschicker und wir tun viel dafür. Aber letztlich entscheiden die Menschen durch ihr Kaufverhalten, ob sich der Wochenmarkt trägt und vielleicht noch wachsen kann.“

Trotzdem zieht es neue Beschicker zum Halstenbeker Wochenmarkt. Michael Mählmann ist aus Todesfelde und das erste Mal dabei: „Ich bekam den Tipp vom Marktmeister in Pinneberg, wo ich schon seit 20 Jahren meinen Stand habe. Jetzt möchte ich es einmal hier ausprobieren“, sagt er. Mählmann hat Kartoffeln, Wurzeln und Rote Beete dabei, alles vom eigenen Feld. „Nur die Tomaten sind unseres Klimas wegen zugekauft.“

Wie schwer der Alltag eines Marktbeschickers sein kann, zeigt das Beispiel von Christiane Jeske aus Neumünster. Ihr Wecker klingelt unbarmherzig um 2 Uhr, denn die Fahrt zum Fischgroßmarkt und das Vorbereiten des Verkaufswagens wollen bis zur Marktöffnung um 7.30 Uhr erledigt sein: „Nach Marktschluss fahre ich noch nach Eidelstedt, wo mein Mann ebenfalls einen Stand hat, zum Saubermachen.“ Ihr Arbeitstag endet nicht vor 18 Uhr – und das vier Mal pro Woche. Der guten Laune tut das keinen Abschlag,

Auch Kurioses bietet der Wochenmarkt auf dem Rathausplatz. „Das hat die Zeit so mit sich gebracht, aber es funktioniert“, erläutert etwa Uwe Tamm schmunzelnd sein Sortiment. Neben Gläsern mit Honig und Brombeermarmelade steht ein komplettes Programm von Haushaltsreinigern. Sven Heinrich aus Wedel, Marktbeschicker in der dritten Generation, bietet hingegen klassisch Obst aus der Haseldorfer Marsch und Gemüse aus den Vierlanden an. Mittelmeerspezialitäten, Geflügel und Salate oder – je nach Saison – frische Krabben, dies alles ist auf dem Halstenbeker Wochenmarkt zu haben. Den Klönschnack gibt es gratis dazu.

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