Sieg im Tie-Break : Halstenbeker Schülerin gewinnt Shogi-Schach-Turnier in Hamburg

Nach dem entscheidenden Match im Tie-Break: Caner Kurt (rechts, Schule Grumbrechtstraße ) gratuliert der Siegerin der Einzelwertung, Nanami Hirama von der Japanischen Schule.
Nach dem entscheidenden Match im Tie-Break: Caner Kurt (rechts, Schule Grumbrechtstraße ) gratuliert der Siegerin der Einzelwertung, Nanami Hirama von der Japanischen Schule.

Nanami (12) gewinnt für Halstenbeks Japanische Schule beim Shogi-Schach-Turnier in Hamburg.

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04. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Halstenbek | Dicht umlagert ist der Tisch. Tack-tack-tack, gibt eine Uhr das Tempo vor, und klack, klack, klack werden Holzplättchen über ein helles Brett geschoben. Eben noch füllte Stimmengewirr den Klassenraum, aber jetzt ist es atemlos still. Tie-Break in Hamburg-Heimfeld: In einer Blitzpartie, bei der jede Partei bloß fünf Minuten hat, um den vollen Punkt zu holen, versucht Nanami Hirama aus Halstenbek, das Team ihrer Japanischen Schule im Schlussspurt nach vorne zu bringen – der Höhepunkt eines Shogi-Matches gegen die Grundschule Grumbrechtstraße am Westrand von Harburg.

Das Spiel ist eine spezielle Schachversion, die im Kaiserreich des Tenno vor gut tausend Jahren entstanden ist, und an diesem Spätherbsttag in Norddeutschland demonstrierte Nanami, was sie draufhat im Denksport der Vorfahren. Die Zwölfjährige behielt trotz knapper Zeit die Übersicht, machte Druck, während ihr Gegner, der elfjährige Caner Kurt, immer wieder zögerte. Das kostete wertvolle Sekunden, und schon war es aus: Caner überschritt das zulässige Fünf-Minuten-Limit, die Zuschauer klatschten, Nanami riss jubelnd die Arme hoch.

Es war die gelungene Revanche für das Hinspiel in Halstenbek. Die Premiere des ungewöhnlichen Vergleichskampfes, den der Hamburger Schachlehrer Jürgen Woscidlo angeregt hatte, ging Mitte November 2013 in der Japanischen Schule über die Bühne. Damals erwiesen sich die Heimfelder Kids als überraschend stark, gewannen Team- und Einzelwertung.

Zum Verständnis: Auf dem Brett, das 81 einheitlich kolorierte Felder aufweist, stehen keine Figuren, sondern liegen fünfeckige Steine, die Kanji-Symbolzeichen tragen und exotisches Personal samt poetisch klingender Gerätschaften repräsentieren – zum Beispiel Juwelengeneral oder wohlriechender Streitwagen.

Zwölf Monate später wollten es Halstenbeks Japaner beim Rückspiel südlich der Elbe wissen. Dafür brachten sie hochkarätige Unterstützung mit: Direktor Koichi Kanai begleitete seine Mädchen und Jungen. Trainingsfleiß plus Support zahlten sich aus.

Mindestens genau so wichtig wie das sportliche Ergebnis ist, dass „junge Japaner und Deutsche beim Schach die Kultur der jeweils anderen Seite kennenlernen“, betonte Rainer Kühlke, Leiter der Schule Grumbrechtstraße, am Ende. Zur dritten Shogi-Runde 2015 wird wieder eine Delegation aus Heimfeld nach Halstenbek fahren.

Einzelwertung

Platz 1: Nanami Hirama (12) Japanische Schule Halstenbek
Platz 2: Caner Kurt (11), Schule Grumbrechtstraße
Platz 3: Konrad Leo Adler (9), Schule Grumbrechtstraße

Mannschaftswertung

Runde1
Japanische Schule Halstenbek - Schule Grumbrechtstaße 5:4 Punkte

Runde2
Schule Grumbrechtstraße - Japanische Schule Halstenbek 8:1 Punkte

Finalrunde 3
Japanische Schule Halstenbek - Schule Grumbrechtstraße 5:4 Punkte

Endergebnis
Schule Grumbrechtstraße - Japanische Schule Halstenbek 16:11 Punkte

 
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