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Auszeichnung durch Ministerpräsident Albig : Halstenbeker erhält Ehrennadel

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Harry Weigel wurde in Kiel - gemeinsam mit zehn Schleswig-Holsteinern - für mehr als sechzig Jahre ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

15 Millimeter ist sie groß und aus Silber: Die kleine Anstecknadel für große Verdienste. Wer sie bekommt, hat Besonderes geleistet und sich mindestens zwölf Jahre lang freiwillig engagiert. Harry Weigel hat mehr als sechseinhalb Jahrzehnte Ehrenamtsarbeit geleistet. Der Halstenbeker trägt seit dieser Woche stolz die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein – verliehen von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) persönlich.

„Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet.“ Als im Dezember die Einladung der Landesregierung kam, war Weigel erst einmal baff. Dann kümmerte er sich um einen Fahrer, denn Autofahren kann der 90-Jährige nicht mehr. Sein Sohn Harry bot sich an. Und auch den Verantwortlichen für all das nahm Weigel mit in die Landeshauptstadt: Hans-Jürgen Leiste. Der Vorsitzende der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft Niendorf hatte Weigel für die Auszeichnung vorgeschlagen – erfolgreich. Das rechnet der Halstenbeker ihm hoch an: „Es ist toll, dass meine Arbeit auch im hohen Alter noch anerkannt wird.“

Insgesamt elf Schleswig-Holsteiner erhielten eine Ehrennadel. Die Zeremonie sei schön gewesen, so Weigel. Danach gab’s Schnittchen. „Was mir besonders gefallen hat, war, dass der Ministerpräsident uns alle nach der Übergabe noch persönlich angesprochen hat und mit uns gemeinsam am Tisch saß“, sagt der Halstenbeker.

Mehr als sechzig Jahre steckte Weigel viel Zeit und Arbeitsaufwand in Tätigkeiten, die freiwillig sind. Alles begann 1946. Weigel wurde im Krieg verwundet, ein Granatsplitter drang in seinen Kopf ein, sein Gehirn wurde verletzt. Aber er hatte Glück: Ein Chirurg behandelte ihn kurz danach. Zurück blieb ein kleines Loch im Kopf, das er heute noch hat. Als Kriegsverletzter trat er damals in den Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VdK) ein. „Der VdK hat mir geholfen, dass ich mein Haus in Hamburg bauen konnte“, erinnert er sich. Ihr helft mir, ich helfe euch – so sah Weigel das damals. Er stellte sich selbst als Sozialbetreuer beim VdK zur Verfügung. 1959 war er Vorstandsmitglied des heutigen Ortsverbandes Niendorf-Schnelsen. Er machte sich für Senioren und Menschen mit Behinderung stark – aber nicht nur im Sozialverband VdK (wie er seit 1994 heißt). 1994 war er Mitbegründer der Behinderten-Arbeitsgemeinschaft Niendorf, bis 2008 deren Vorsitzender.

Als seine Frau starb, verkaufte er sein Haus und zog 2003 auf den Vorschlag seiner Tochter nach Halstenbek. Dort setzte er sich erneut ein, in der Arbeitsgruppe „Barrierefreies Halstenbek“ und für das Projekt „Bahnhofserwachen“. „Wenn man erstmal angefangen hat, sich zu engagieren, hört das nicht so schnell auf“, sagt Weigel heute.

Tatsächlich ist er immer noch Mitglied in beiden Vorständen, zu den Sitzungen nach Hamburg fährt der
90-Jährige mit der S-Bahn. Auch nach seiner großen Auszeichnung denkt der Halstenbeker nicht daran aufzuhören. „Bisher haben sie mich noch nicht rausgeschmissen“, witzelt Weigel.

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erstellt am 30.Jan.2014 | 09:20 Uhr

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