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Halstenbek : „Halstenbek rastet komplett aus“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Blues-Legende Abi Wallenstein und Mundharmonika-Artist Dieter Kropp geben in der „Tanzzeit“ ein mitreißendes Konzert.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Halstenbek | Er hat als Straßenmusiker angefangen und gehört zu den Urgesteinen der Hamburger Musikszene: Abi Wallenstein, gebürtig in Jerusalem und seit 1960 in Deutschland beheimatet. Der mittlerweile 68-Jährige spielt und singt längst vor größerem Publikum, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und hat trotzdem die Bindung zu seinen Wurzeln nicht verloren, denn gelegentlich ist er immer noch in den Straßen der Hansestadt und anderswo unterwegs. Am Wochenende feierte Wallenstein eine Premiere: Zum ersten Mal war der „Vater des Hamburger Blues“, wie der Gitarrist und Sänger genannt wird, zu Gast in Halstenbek. Gemeinsam mit Dieter Kropp (53), Profi-Musiker und Mundharmonika-Artist, begeisterte er in der Tanzschule „Tanzzeit“ knapp 100 Besucher.

Zustande gekommen war das Konzert auf Initiative des früheren Leiters der Halstenbeker Volkshochschule (VHS) Günther Traulsen, der im vorigen Jahr VHS-Dozent Kropp zu einem Auftritt in der Baumschulengemeinde überredete. Dieser kontaktierte Wallenstein, und flugs war ein neues Blues-Duo geboren.

„Der Karten-Vorverkauf lief sehr gut, und die ‚Tanzzeit’ hat ein tolles Ambiente“, freute sich die stellvertretende VHS-Leiterin Elisabeth Anstipp. Wo sonst Paare und Einzeltänzer über das Parkett schweben, waren Stühle und kleine Tische aufgestellt worden, an denen es sich die Besucher bei Bier, Wein und Saft gemütlich machten. „Das sind alles nette Leute hier“, stellte Wallenstein vor Beginn des Konzerts bei einem Becher Tee fest.

Von Beginn an legten sich die Musiker kräftig ins Zeug, und die Zuhörer merkten schnell: Da sind Könner am Werk. Wallenstein mit seiner rau-heiseren und unverwechselbaren Stimme, sein Picking-Stil auf der Gitarre Baujahr 1955, dazu Kropp als virtuoser Bluesharp-Spieler, der dem Instrument mitunter schier unglaubliche Töne entlockte – es war ein Genuss, den Musikern zuzuhören. Logisch, dass es nicht lange dauerte, bis die ersten Besucher den Takt mitklatschten und nach Aufforderung des Gitarristen sangen: „Shake your Boogie, rock your Boogie.“ Bei so viel Begeisterung musste Kropp feststellen: „Halstenbek rastet komplett aus“

Bei den etwas langsameren Stücken demonstrierte das Duo in eindrucksvoller Manier, dass Blues auch mit mehr als den drei typischen Harmonien intoniert werden kann. Einzig störend war das Brummen der Klimaanlage, das besonders zwischen den Stücken zu hören war. Zum Ende des zweistündigen Konzerts wurden die Musiker nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne gelassen.

Wallenstein wurde an diesem Wochenende noch eine besondere Ehre zuteil: Der Wahl-Hamburger erhielt in Eutin zum vierten Mal in Folge den German Blues Award in den Kategorien Gesang und Gitarre – eine Auszeichnung, die nach einer Online-Abstimmung vergeben wird.
 

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