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Der Abschied von der Couch : Halbzeit: 14 Fitnessmuffel trainieren zu Studienzwecken

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit Februar trainieren 14 bekennende Fitnessmuffel unter Aufsicht von Marvin Kewitsch und Heidi Hammerschmitt im Studio des VfL Pinneberg. Das Halbzeitfazit fällt positiv aus.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Runter vom Sofa und rein ins Fitnessstudio: Diese Zielvorgabe haben sich Marvin Kewitsch und Heidi Hammerschmitt Anfang des Jahres gesetzt. Nicht für sich selbst, sondern für die Teilnehmer der von ihnen entwickelten Studie. Um die positiven Auswirkungen von regelmäßig ausgeübtem Sport auf den Körper, die Psyche und das soziale Umfeld zu untersuchen, starteten der Auszubildende zum Sport- und Fitnesskaufmann sowie die Leiterin des Fitnessbereichs beim VfL Pinneberg im Januar einen Aufruf.

Gesucht wurden sogenannte Couchpotatoes: Menschen, die körperliche Strapazen weitgehend vermeiden und eher Fernbedienung als Hantel schwingen. 16 Personen hätten sich daraufhin im Fitnessstudio des VfL an der Fahltsweide gemeldet. 14      von ihnen entschlossen sich letztlich zur Teilnahme an der viermonatigen Studie. Die jüngste Teilnehmerin ist 24 Jahre, der älteste 62.

Start des Pilotprojekts, wie Hammerschmitt es formuliert, war am 1. Februar. Mittlerweile ist Halbzeit. Gelegenheit für die beiden „Projektleiter“, eine Zwischenbilanz zu ziehen. So seien sämtliche 14 Teilnehmer weiterhin dabei. „Krankheitsfälle und berufliche Einspannungen mal ausgenommen schaffen es sogar alle, regelmäßig zu kommen und ihr Trainingspensum zu erfüllen“, lobt Hammerschmitt ihre Probanden, die sich mittlerweile längst nicht mehr als Couchpotatoes bezeichnen ließen.

Die Vorgabe seitens der Trainer, mindestens zweimal die Woche im Studio zu schwitzen, hätten einige zudem übertroffen. „Es gibt welche, die bis zu fünfmal pro Woche hier sind“, berichtet Kewitsch, der nach gut zweieinhalb Monaten Laufzeit bereits durchweg Fortschritte bei allen Fitnessnovizen erkannt hat. Belegbar durch Fragebögen, die jeder Teilnehmer einmal im Monat auszufüllen hat. Anhand einer Skala sind insgesamt 15 Fragen zu beantworten, die letztlich ein subjektives Bild des derzeitigen Allgemeinbefindens abzeichnen. Am Ende der Studie erhalten die Teilnehmer eine abschließende Auswertung.

Langfristige Motivation

Nach Meinung von Hammerschmitt tragen jene Fragebögen entscheidend zur langfristigen Motivation bei: „Das ist eine andere Möglichkeit der Reflexion. Die Teilnehmer werden stets damit konfrontiert.“ Zwar würden die körperlichen Fortschritte mit der Zeit kleiner, da sich der Körper an die regelmäßige Belastung gewöhne, dafür nehme der psychische Faktor zu. Kewitsch: „Zufriedenheit und Stressresistenz sind gestiegen.“ Ohnehin würden die inviduell ausgearbeiteten Trainingspläne nicht auf dem Leistungsgedanken beruhen. „Uns ging es darum, die Leute hoch von der Couch zu bewegen und aus ihrer Lethargie zu wecken“, betont Hammerschmitt. Stand jetzt ist jene Zielvorgabe erfüllt.

„Jetzt wird es aber erst spannend“, hofft Hammerschmitt, dass die Teilnehmer den Weg in den Geräte- und Kursraum auch bei besser werdendem Wetter und nach den anstehenden Feiertagen finden. Der finanzielle Anreiz ist zumindest schon mal gegeben: Von den investierten 222 Euro erhalten die Teilnehmer 111 Euro zurück. Allerdings nur, wenn sie bis Ende Mai durchhalten.

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