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Kampf gegen Schwarzarbeit : Halbjahresbilanz: Hauptzollamt hat mehr als 250 Betriebe im Visier

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Dürftige Zoll-Bilanz im ersten Halbjahr im Kreis Pinneberg: Zu diesem Fazit kommt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Es geht um die Kontrolle von Schwarzarbeit.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Itzehoe | Im Kreis Pinneberg sei das Risiko für Unternehmen, bei unsauberen Praktiken vom Zoll erwischt zu werden, gesunken, meint die Gewerkschaft. Das zuständige Hauptzollamt Itzehoe kontrollierte im ersten Halbjahr dieses Jahres insgesamt 252Betriebe im Kreis Pinneberg – 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Die Zahlen wurden uns von der Zollbehörde in Berlin geschickt und regional heruntergebrochen“, erklärt André Grundmann, Regionalleiter der Industriegewerkschaft.

Unter den kontrollierten Betrieben seien 76 Arbeitgeber aus dem Baugewerbe. Im Fokus der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) dabei besonders: illegale Beschäftigung, Lohn-Prellerei und Betrug der Sozialversicherung.

Gewerkschaft fordert mehr Krontrollen

Die Gewerkschaft begrüßt die Kontrollen, kritisiert aber deren Rückgang im Kreis Pinneberg:   „Fast alle Hauptzollämter haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr kontrolliert. Anders als Itzehoe. Jetzt muss auch hier die FKS nachziehen“, sagt Ralf Olschewski, Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft.

Aus Sicht Olschewskis lässt  sich Schwarzarbeit nur wirksam durch mehr staatliche Kontrolle bekämpfen. Deshalb sei es zu begrüßen, dass der Zoll bundesweit wieder verstärkt kontrolliere. Laut  Bundesfinanzministerium stieg die Zahl der Arbeitgeber, die im ersten Halbjahr 2017 kontrolliert wurden, bundesweit um nahezu 40 Prozent. „Nicht nur im Itzehoer Zollgebiet ist die Kontrolldichte aber nach wie vor zu gering. Solange eine Zoll-Visite die Ausnahme und nicht die Regel ist, haben Wirtschaftskriminelle leichtes Spiel“, ist Olschewski überzeugt. Dies zeige sich gerade in der Baubranche. Dort würde oftmals nicht einmal der vorgeschriebene Mindestlohn gezahlt.

Das Hauptzollamt Itzehoe hat nach Angaben der Gewerkschaft allein für Verstöße gegen den Bau-Mindestlohn im ersten Halbjahr Bußgelder in Höhe von rund 27.300 Euro verhängt.

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