Bönningstedt/Hasloh : Hängepartie auf dem Heidefriedhof

Alles ist vorbereitet: 50 Grabstätten für jeweils zwei Urnen sollen auf dieser Fläche entstehen. Die Pflastersteine markieren die vorgesehenen Plätze.
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Alles ist vorbereitet: 50 Grabstätten für jeweils zwei Urnen sollen auf dieser Fläche entstehen. Die Pflastersteine markieren die vorgesehenen Plätze.

Urnen: Verwaltung prüft seit Monaten neue Grabart.

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02. Juni 2015, 10:00 Uhr

Bönningstedt/Hasloh | Der Beschluss in Hasloh fiel Anfang Mai, wenige Wochen später zog Bönningstedt nach: Auf dem kommunalen Friedhof der beiden Gemeinden, dem Heidefriedhof, soll eine Urnengemeinschaftsgrabanlage entstehen. Das Besondere daran: Nicht nur die Grabstätte wird für 25 Jahre vergeben, sondern auch die Pflege durch eine Fachfirma.

Die vorgesehene Fläche auf dem Friedhof ist längst vorbereitet – doch dann meldete die Quickborner Verwaltungsgemeinschaft Bedenken an: „Der Friedhof wird als öffentlich-rechtliche Einrichtung betrieben, das Konzept bindet die Grabvergabe an einen privatrechtlichen Pflegevertrag, ohne diesen eine Beisetzung auf diesem Grabfeld ausgeschlossen ist – ist diese Konstellation rechtlich einwandfrei abzuwickeln?“, heißt es in der Mitteilungsvorlage, die bereits am 2. April verfasst wurde. Auch die Fragen nach einer möglichen Insolvenz des Vertragspartners sowie nach einer möglichen Ausschreibungspflicht werden in den Raum gestellt.

„Die Klärung der hier aufgeworfenen Fragen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und deshalb kann eine Beschlussvorlage in dieser Angelegenheit noch nicht vorgelegt werden“, so der Schlusssatz des Dokuments.

Für Manfred Heitmann, Vorsitzender des Arbeitskreises „Heidefriedhof“, völlig unverständlich. „Ich weiß nicht, was ich noch alles vorlegen soll“, sagt Heitmann. Der Fachmann, der fast 20 Jahre lang für den Rellinger Friedhof zuständig war, ist stinksauer. „Diese Grabart gibt es auf jedem zweiten Friedhof – auch auf kommunalen Friedhöfen wie beispielsweise in Lübeck-Vorwerk“, berichtet Heitmann. Dies sei auch der Verwaltung bekannt.

Die Nachfrage nach Urnengräbern in Kombination mit einem Pflegevertrag sei sehr hoch. „Das ist eine ganz simple Sache und gerade für alleinstehende Menschen interessant“, so seine Beobachtung während seines Arbeitslebens in Rellingen. „Auch da gab’s mal Differenzen mit der Verwaltung – aber ich bekam wenigstens Antworten“, sagt Heitmann. Für ihn sei die Hängepartie auch deswegen ärgerlich, weil er lediglich etwas Positives bewirken wolle und dabei ausgebremst werde. „Ich werde immer wieder angesprochen und gefragt, wann es denn endlich losgeht“, so Heitmann. Eine Frage, die er nicht beantworten kann. „Das hat zum Ergebnis, dass die Interessenten nach Rellingen abwandern“, ist seine Erfahrung. „Demnächst stelle ich hier ein Schild hin, auf dem steht ,Hier wird die Zukunft begraben‘“, sagt Heitmann. Die Verwaltung war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

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