Uetersen : Händler auf dem Wochenmarkt kritisieren die Auflagen

Markus Heydorn (von links), Wolfgang und Uschi Behnke sind sauer auf die Stadt, die sie bei der Arbeit behindere.
Markus Heydorn (von links), Wolfgang und Uschi Behnke sind sauer auf die Stadt, die sie bei der Arbeit behindere.

Händler auf dem Uetersener Wochenmarkt üben scharfe Kritik an Auflagen. Verwaltung sieht keinen Grund für Änderung der Satzung.

Avatar_shz von
17. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Uetersen | „Das kann alles nicht wahr sein“, schimpft Uschi Behnke. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang verkauft sie seit 40 Jahren Fischfeinkost auf den Wochenmärkten in Elmshorn und Uetersen. Doch seit drei Wochen ist die Stimmung während der Arbeitstage in der Rosenstadt schlecht. „Da haben wir Post von der Stadt erhalten“, erläutert Wolfgang Behnke.

Darin sei darauf hingewiesen worden, dass bis 13 Uhr verkauft und binnen einer Stunde der Marktplatz geräumt werden müsse. Für die Behnkes und ihr Team nicht zu schaffen. Zwei Stunden brauchen sie zum Abbauen. Freitag wurden sie – wie alle Marktbeschicker – noch einmal mündlich informiert. „Ich verstehe nicht, warum es jahrelang kein Problem war, um 15 Uhr abzubauen und die Stadt uns jetzt diese Regeln vorschreibt“, sagt Wolfgang Behnke. Die Regelung existiert bereits in der 2010 beschlossen Marktsatzung – wird aber scheinbar erst jetzt akribisch umgesetzt. „Wir wollen doch nur unseren Job machen“, klagt Uschi Behnke.

Doch nicht nur die Abbauzeiten stoßen dem Ehepaar sauer auf. Bisher war es üblich, den Wagen direkt auf dem Platz zu reinigen. Doch: „Uns wurde untersagt, Schmutzwasser zu produzieren. Nicht einmal ein Tropfen darf den Wagen verlassen“, sagt Wolfgang Behnke. Wie der Fischverkäufer das beim Umgang mit frischer Ware machen soll, weiß er nicht. „Wir müssen uns doch die Hände waschen können“, sagt Uschi Behnke.

Derzeit hat ihr Mann ein Provisorium gebaut. Mit einer Pumpe wird das Wasser hinter dem Verkaufswagen in Bottichen gesammelt und dann zum nächsten Gulli getragen. Und gereinigt wird der Wagen jetzt zu Hause in Groß Nordende. Dafür müssen die Fischhändler ihn extra erneut aufbauen. Zwei Stunden dauere diese Prozedur. „Einfach die Klappen zumachen und losfahren mache ich nicht. Das geht hygienisch gar nicht und ist auch nicht erlaubt“, sagt Behnke.

Besonders ärgere ihn, dass der Abwasserzweckverband (AZV) den Bereich vor seinem Stellplatz aufgerissen habe, aber keine entsprechende Schmutzwasserleitung gelegt worden sei. „Ich habe mit der Stadt gesprochen, dass ich einen Anschluss benötige und sogar angeboten, die Kosten zu tragen“, sagt Behnke. Als die Bauarbeiten abgeschlossen waren, habe er den Anschluss vergeblich gesucht. Dafür habe er zahlreiche Ausreden gehört, warum es nicht möglich gewesen sei. In Elmshorn, wo das Ehepaar zweimal pro Woche verkauft, sei die Schmutzwasserentsorgung geregelt und auch der Abbau sei flexibel möglich.

CDU-Politiker Rolf Maßow hatte die Abbauproblematik beim Verkauf bis 13 Uhr in der Ratsversammlung am vergangenen Freitag aufgegriffen. „Sehen sie eine Chance die Satzung zu ändern?“, fragte er die Anwesenden aus der Verwaltung. Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) sagte, sie sehe bisher keine Probleme: „Es klappt sehr gut. Heute wurden die Marktbeschicker noch einmal informiert, dass sie bis 13 Uhr verkaufen müssen. Um 14 Uhr waren alle weg.“ Die Behnkes sehen das anders. „Die sollen uns doch einfach arbeiten lassen“, sagen sie.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen