Gute Seele beim DRK

Gudrun Witt ist beim Appener Roten Kreuz zu Hause – und unverzichtbar.
Gudrun Witt ist beim Appener Roten Kreuz zu Hause – und unverzichtbar.

Gudrun Witt engagiert sich seit 14 Jahren im Roten Kreuz Appen / Am Sonntag ist ihr 80. Geburtstag

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17. Juli 2018, 14:44 Uhr

Sie tragen rote Hemden, rote Schürzen, rote Schüsseln und schneiden rote Zwiebeln: Die Damenmannschaft des Appener Roten Kreuzes (DRK) werkelt geschäftig im Bürgerhaus, um das Spenderbüffett zum letzten Blutspendetermin vor der Sommerpause zuzubereiten. Eine der Frauen heißt Gudrun Witt – seit 14 Jahren ist die 79-Jährige ein unumstößlich verlässliches Mitglied der Truppe. Am Sonntag feiert Witt ihren 80. Geburtstag.

Das Appener DRK ist eine unverzichtbare Institution im Ort: Drei Seniorennachmittage im Monat, zwei im Bürgerhaus Appen und einen im Etzer Bund Haus richtet die Truppe aus, fünf Mal im Jahr organisiert sie Blutspendetermine in der Gemeinde. Bei Veranstaltungen und Festen wie dem Neujahrsempfang, dem Dana-Sommerfest, dem Ferienspaß der Gemeinde, dem Karneval oder Neujahrsempfang – das Appener Rote Kreuz ist zur Stelle. Immer mit dabei ist auch Witt. „Sie hat nicht einen Termin verpasst“, sagt Waltraud Hörmann, Vorsitzende des DRK Ortsverbandes Appens. „So eine Mithelferin bekommen wir nie wieder. Egal was ist, Gudrun ist da“, lobt sie die engagierte Witt. Deswegen habe sie sich im Hinblick auf den Blutspendesaisonabschluss und den bevorstehenden 80. Geburtstag der engagierten Mitstreiterin an unsere Zeitung gewandt: „Was Frau Witt leistet, muss gewürdigt werden“, sagt sie. „Sie hat in den Räumen hier sogar die Gardinen genäht, und auch unsere Hosen flickt sie, wenn es Not tut“, schwärmt Hörmann.

Stoffe sind Witt in der Tat vertraut: Die Rentnerin ist Schneiderin, eine sogenannte „Damenmantelnäherin“. „Heute heißt das Bekleidungstechnikerin“, erläutert Witt. Außerdem kocht die Mutter von fünf Kindern und Großmutter von zwölf Enkelkindern in ihrer Freizeit sehr gern: „Mir bereitet es Freude, Gerichte für meine Familie zu kochen, die man normalerweise für sich allein nicht kochen würde – oder eben im Rahmen des DRK.“

Obwohl Witt eine funktionierende und große Familie hat, die sie unterstützt, musste sie herbe Schicksalsschläge verkraften: Vor rund 20 Jahren starb Witts Mutter, zwei Jahre später ihr Ehemann mit nicht einmal 60 Jahren. Das Jahr darauf verstarb eine Tochter im Alter von 38 Jahren – und schließlich noch Witts Vater. „Eine Freundin, die damals beim DRK war, mittlerweile allerdings auch schon verstorben ist, hatte mich damals hierhin mitgebracht, damit ich auf andere Gedanken komme“, berichtet die gebürtige Hamburgerin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in Pinneberg lebt. „Jetzt habe ich Zeit, und die investiere ich gerne hier beim DRK. Es ist einfach eine tolle Gemeinschaft und es wird viel gelacht“, sagt sie. An ein Ende ihres Engagements denkt sie nicht: „Darüber können wir eventuell in fünf Jahren noch mal sprechen.“

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