Halbjahresbilanz : Gute Prognose: Firmen im Kreis Pinneberg im Aufwind

Ken Blöcker, Geschäftsführer UVUW (links) und sein Kollege Sebastian Koch (rechts) mit Michael Hentrich, Geschäftsführer von Salvana Tiernahrung. Bei dem in Klein Offenseth-Sparrieshoop ansässigen Mitgliedsunternehmen fand gestern die Pressekonferenz statt.
Ken Blöcker, Geschäftsführer UVUW (links) und sein Kollege Sebastian Koch (rechts) mit Michael Hentrich, Geschäftsführer von Salvana Tiernahrung. Bei dem in Klein Offenseth-Sparrieshoop ansässigen Mitgliedsunternehmen fand gestern die Pressekonferenz statt.

Der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste stellt Halbjahresbilanz vor. Zu wenig Fachkräfte am Markt und Ärger mit Datenschutz.

shz.de von
22. Juni 2018, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste hat am Donnerstag seine Halbjahresbilanz vorgestellt, bei der 133 Unternehmen befragt wurden, 33 von ihnen kommen aus dem Kreis Pinneberg. Die wirtschaftliche Situation sei überwiegend zufriedenstellend und man gehe  auch für die zweite Jahreshälfte von einer positiven Entwicklung aus. Es gibt aber auch einige Bereiche, da ist die Stimmung eher getrübt. Dabei handelt es sich in erster Linie um den Fachkräftemangel, Lohnnebenkosten und  die anhaltende Belastung  durch Bürokratie. In diesem Zusammenhang gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen  zu Protokoll, dass sie der Bürokratieaufwand in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung hemmt.

Enorme Auslastung der Firmen

Die derzeitige Auslastung der Firmen ist enorm. 26 Prozent geben an, zu 100 Prozent ausgelastet zu sein. Weitere 35 Prozent geben eine Auslastung von über 90 Prozent an. Die Unternehmen haben in der ersten Jahreshälfte kräftig investiert.   Laut Umfrage haben 31 Prozent der Betriebe ihre Investitionen erhöht (plus sechs Prozent zum Winter 2017, und plus acht Prozent  zum Sommer 2017).  Auch in der zweiten Jahreshälfte sei mit Investitionen zu rechnen:  30 Prozent wollen ihre Investitionen erhöhen und 58 Prozent wollen diese zumindest gleich halten. Auch beim Umsatz stimmt die Entwicklung. Zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) beurteilen die voraussichtliche Umsatzentwicklung für die kommenden sechs Monate als „günstig“. Die Situation auf dem Fachkräftemarkt bleibt angespannt und spitzt sich  weiter zu.  „Die unternehmerische Situation im Westen Schleswig-Holsteins ist zurzeit äußerst zufriedenstellend. Durch das Fehlen von Fachkräften und durch die nicht beeinflussbaren Faktoren auf der politischen und wirtschaftlichen Weltbühne spüren wir dennoch eine steigende Unsicherheit bei den Unternehmern“, stellte Ken Blöcker, Geschäftsführer vom Unternehmensverband Unterelbe-Westküste (UVUW), gestern fest. Es war seine Bilanz bei der Präsentation der Ergebnisse der halbjährlichen Konjunkturumfrage des Verbands.

Die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2018 sind nach wie vor hoch. Bei 49 Prozent der Unternehmen sind diese gleich geblieben. Bei 36 Prozent sind sie gestiegen und bei lediglich 15 Prozent gefallen. Der gegenwärtige Auftragsbestand sei saisonüblich und wird als „günstig“ beurteilt. Für die kommenden Monate erwarte man, dass die positive Auftragslage „gleich bleibt“ (56 Prozent) beziehungsweise „steigt“ (33 Prozent). Ergänzend zu den detaillierten Fragen nach Investitionsbereitschaft, Personalbeständen und Umsätzen befragte der UVUW seine Mitglieder – 33 aus dem Kreis Pinneberg hatten teilgenommen – auch zu übergeordneten Themen.

Datenschutz sorgt für hohe Kosten

Die Rückkehr zur Parität in der Krankenversicherung führt nach Mehrheit der Befragten (68 Prozent) nicht zu Lasten von Wettbewerb, Wachstum und Beschäftigung. Lediglich 32 Prozent sehen darin eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch werden die immer weiter steigenden Personal- und Arbeitskosten zu einer rasant steigenden Belastung für die Unternehmen. Laut Erhebung fühlen sich 32 Prozent der teilnehmenden Unternehmenden durch die hohen Personal- und Arbeitskosten in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt. Vor einem halben Jahr gaben dies nur 23 Prozent an und vor einem Jahr waren es lediglich 13 Prozent.

Blöcker: „Neben den hohen Tarifabschlüssen der letzten Jahre stellen insbesondere gesetzlich verursachte Lohnzusatzkosten eine Herausforderung dar. Soweit zusätzlichen Beiträgen keine zusätzlichen Leistungsansprüche gegenüberstehen, wirken die gesetzlichen Zusatzkosten wie eine Art Strafsteuer auf Arbeit.“

56 Prozent aller Unternehmen belastet übrigens die Datenschutzgrundverordnung in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Dabei sei nicht nur der enorme Zeit- und Personalaufwand im Blick, sondern auch die hohen Kosten bei der Umsetzung. Blöcker merkt an, „dass die Anforderungen zur Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung unverhältnismäßig sind. Die Verordnung schieße weit über das Ziel hinaus und treffe in unverhältnismäßiger Art und Weise den kleinen Mittelstand.“

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