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25 Jahre Mauerfall : Gute Idee, doch es fehlt das Konzept

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gedenkstein für die Opfer des Mauerbaus im Kreis Pinneberg gefordert. Ausschuss vertagt Entscheidung. Konkreter Plan gewünscht.

Kreis Pinneberg | Wenn es nach Burghard Schalhorn von der Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) ginge, dann gebe es in der Region demnächst einen Gedenkstein für die Opfer des Mauerbaus am 13. August 1961. Einen entsprechenden Antrag hatte Schalhorn bereits im August an Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU) gesandt, um diesen zur Diskussion zu stellen. Der Kreistag verwies den Antrag jedoch zunächst in den zuständigen Fachausschuss für Schule, Kultur und Sport, dem Schalhorn während der Sitzung am Donnerstagabend erstmals seine Idee präsentieren durfte. Entschieden haben die Politiker jedoch nicht, sondern Schalhorn beauftragt, bis zur kommenden Sitzung im November ein Konzept auszuarbeiten.

Ganz zufrieden sei er mit dem Ergebnis der Ausschusssitzung nicht, berichtete Schalhorn. „Ich wollte ohne Krawall die anderen mit ins Boot nehmen.“ Ein klares Ja oder Nein zu seiner Idee habe er erwartet, um dann gemeinsam mit Vertretern sämtlicher Kreistagsfraktionen ein Konzept zu erarbeiten. „So ist das eine Hin- und Herschieberei und ich fürchte, meine Arbeit ist vertane Liebesmüh’“, sagte er. Dabei halte er es für wichtig, der Opfer der Berliner Mauer auch im Kreis Pinneberg zu gedenken: „ Diese Sache geht uns alle an. Es ist unsere gemeinsame Geschichte“, sagte Schalhorn. Auch im Kreis Pinneberg lebten Nachkommen von Opfern des Mauerbaus. „Und damit meine ich nicht nur die zirka 900 Menschen, die an der Grenze erschossen wurden, sondern auch alle anderen, die in der DDR Opfer geworden sind“, sagte Schalhorn. Es sei Aufgabe der Politik, diesen auch im Kreis Pinneberg einen angemessenen Gedenkort zu widmen.

Ausschussvorsitzende Kerstin Seyfert (CDU) sagte gegenüber dieser Zeitung, dass sie es begrüßen würde, wenn im Kreis Pinneberg ein entsprechender Gedenkort errichtet würde. „Ich finde die Idee gut. Und in der Ausschusssitzung wurde angesprochen, dass man darüber nachdenken könne, eine Gedenktafel an der Pinneberger Kreisberufsschule anzubringen, wenn der Bau fertig ist. Dort würde sie auch von vielen Jugendlichen wahrgenommen werden“, sagte Seyfert.

Auch Nicolai Overbeck (SPD), Burkhard Stratmann (Grüne) und Klaus Bremer (FDP) sagten auf Anfrage dieser Zeitung, dass sie gegenüber Schalhorns Idee offen seien, einen Gedenkort für die Opfer des Mauerbaus im Kreis Pinneberg zu etablieren. Schalhorn solle jedoch einen Vorschlag machen, wie daraus mehr als ein Stein unter vielen werde.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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