Pinneberg : Gute Besetzung – wenig Publikum

Wenig Besucher, aber viel Spaß: Die Poetry Slammer ließen sich die Laune nicht verderben.
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Wenig Besucher, aber viel Spaß: Die Poetry Slammer ließen sich die Laune nicht verderben.

Poetry Slammer zeigen im Geschwister-Scholl-Haus in Pinneberg ihr Können. Landesmeister und Vizemeister waren mit dabei.

shz.de von
11. Mai 2015, 16:22 Uhr

Pinneberg | Kaum war Mona Harry am Geschwister-Scholl-Haus in Pinneberg angekommen, ließ sie wissen: „Ich will wieder weg.“ Die junge Poetry Slammerin aus Hamburg hatte bereits den Abend nach dem Poetry Slam verplant. Der Hafengeburtstag lockte. Die Bühnenkonkurrenz bot Hilfe an. „Ich kann dir schlechte Texte von mir leihen, dann bist du ganz schnell wieder raus“, scherzte Orke Schwaenke aus Tornesch, der ebenso wie Anna Schierholz und Ineke Unteutsch als Lokalmatador antrat. Das Thema Hafengeburtstag sollte die Slammer den ganzen Abend verfolgen, denn scheinbar hatten viele das Fest in der Hansestadt dem Besuch in Pinneberg vorgezogen. Party statt Studenten-Literatur.

Zu den genauen Zahlen wollte sich Moderator Thomas Langkau, selbst Slammer und Autor des Buchs „Satzsucher“ nicht äußern: „Es war dunkel und ich konnte es nicht genau sehen, aber generell bleibt festzustellen: Die Besucherzahl war schlecht.“ Dabei war die Besetzung mehr als gut. Außer den Hamburgern Matti Seydel, Ineke Unteutsch, Mona Harry und Fabian Navarro, der 2014 unter anderem Landesmeister in Schleswig Holstein und Vizemeister der Hamburger Stadtmeisterschaften im Poetry Slam wurde, sowie Hannes Maas und Filo Franke standen echte Szenegrößen auf der Bühne.

„Die Besucherzahl wurde der Besetzung bei weitem nicht gerecht“, so Langkau. Dafür gab es für die wenigen Besucher, die den Weg ins Geschwister-Scholl-Haus gefunden hatten, ein Extralob des Moderators: „Die haben eine super Stimmung gemacht. Wenn es nur wenige Zuschauer sind, ist das oft ein Problem. Davon war aber nichts zu merken.“

In der Vorrunde traten jeweils vier Slammer gegeneinander an. Ab dem Halbfinale durfte das Publikum per Applaus über den Sieger abstimmen. Im Finale standen sich dann Filo Franke und Hannes Maas gegenüber. Franke überzeugte das Publikum mit seinem Text über eine Party, auf der die menschlichen Gefühle die Gäste sind. Als Preis gab es Ruhm und Ehre. „Reich wird man mit dem Slammen nicht“, sagte Schwaenke und ergänzte: „Wenn es gut läuft, gibt es Fahrtkosten und eine Pizza.“ Dennoch wird er zukünftig häufiger im Geschwister-Scholl-Haus zu sehen sein.

Langkau wird zukünftig die Poetry Slams nicht mehr moderieren: „Ich musste meinen Kalender mal ein wenig ausmisten und da fehlt einfach die Zeit.“ Seine Premiere – diesmal als Moderator – feiert der Tornescher Schwaenke ausgerechnet am Freitag, 13.    November.

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