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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 01:31 Uhr

Kreis Pinneberg : Gute Arbeit, hohe Schulden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Regio-Kliniken sind trotz höherer Einnahmen in den Miesen. Das KTQ-Zertifikat soll im Wettbewerb mit Hamburg helfen.

3,5 Millionen Euro mehr werden die Regio-Kliniken durch die kürzlich bekanntgegebene Erhöhung des Basisfallwerts im kommenden Jahr voraussichtlich einnehmen. Doch an der finanziellen Lage der Krankenhäuser wird sich dadurch nichts ändern. „Dieser Betrag deckt nicht einmal die Kostensteigerung bei den Personal- und Sachkosten“, sagte Regio-Geschäftsführerin Angela Bartels gestern. Die wirtschaftlichen Daten müsse die verschuldete Klinikgruppe noch in den Griff bekommen: „Aber das wird nicht in wenigen Monaten und auch nicht in wenigen Jahren der Fall sein.“

Um dieses Ziel überhaupt erreichen zu können, sei es für die Kliniken im Kreis Pinneberg wichtig, im Wettbewerb mit den Krankenhäusern in Hamburg zu bestehen. Dabei gehe es auch darum, dass Patienten sich zu einer Behandlung in den Regio-Kliniken entschließen und dafür nicht die angrenzende Metropole Hamburg aufsuchen.

In den vergangenen Jahren hätten die Regio-Kliniken bereits intern ihre Strukturen und Abläufe verändert, um die Qualität der Arbeit in den Krankenhäusern zu verbessern. Im November vergangenen Jahres ließen sie sich dann von einem externen Team begutachten und nach den Kriterien der Kooperation für Transparenz und Qualität im Geundheitswesen (KTQ) bewerten.

Prüfungs-Team besteht aus Fachkräften

Zu den Gesellschaftern der KTQ gehören die Verbände der Kranken- und Pflegekassen auf Bundesebenen sowie die Bundesärztekammer. Das Visitorenteam, das neun Tage lang die Arbeit in den Regio-Kliniken beobachtete und den Patienten und Mitarbeitern mehr als 600 Fragen stellte, setzte sich aus leitenden Fachkräften für die einzelnen Bereiche zusammen: Helmut Bode-Nohr, Pflegedienstleiter in Bad Hersfeld, Dr. Roland Krahl, Chefarzt der Neurochirurgie in einer hessischen Klinik sowie Michael Trotz, Geschäftsführer einer bayerischen Fachklinik.

Bode-Nohr war gestern ins Regio-Klinikum Elmshorn gekommen, um die KTQ-Zertifikate offiziell an die Klinikleitung zu überreichen. Er sagte: „Wir haben die Regio-Kliniken neun Tage lang auf links gedreht und sind zu dem Fazit gekommen, dass hier überdurchschnittlich gute Arbeit geleistet wird.“ 68 Prozent der Qualitätskriterien hätten die Regio-Kliniken erfüllt, der Durchschnitt der 446  bewerteten Krankenhäuser in Deutschland liege bei 65 Prozent, so Regio-Sprecher Sebastian Kimstädt. Nur ein einziges Krankenhaus habe mehr als 80 Prozent erreicht.

Bode-Nohr erläuterte, dass den Prüfern insbesondere die hohe Patientenorientierung positiv aufgefallen sei. „Durch die zentralen Aufnahmeeinheiten, bei denen die Patienten eine Erstdiagnose erhalten, können sie schnell behandelt werden“, sagte Bode-Nohr. Auch das umfassende Screeningverfahren bei ankommenden Patienten, um Infektionsübertragungen auszuschließen, lobte er.

Das gute Ergebnis führe jedoch nicht dazu, dass sich die Regio-Kliniken jetzt ausruhen würden, versicherte Bartels. „Wir werden weitere Maßnahmen umsetzen, um unsere Qualität zu steigern“, sagte sie. Schließlich sei das KTQ-Zertifikat nur drei Jahre gültig, danach werde erneut geprüft.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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