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Sicher unterwegs im Kreis Pinneberg : Gut bereift dem Schnee entgegen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Radwechsel zur kalten Jahreszeit: Bereits jetzt gibt es lange Wartezeiten in einigen Werkstätten im Kreis Pinneberg.

Von „O bis O – Oktober bis Ostern“ gilt es, das Auto auf Winterreifen sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Bußgelder von bis zu 120 Euro drohen laut Polizei seit 2010 bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht. In den Werkstätten des Kreises Pinneberg stehen die Kunden zum Reifenwechsel bereits Schlange. „Bis zu drei Wochen Wartezeit sind derzeit normal. Viele Werkstätten sind voll. Es ist Hochsaison für normale Inspektionen und Wartungen. Der Reifenwechsel kommt dazu“, weiß der Obermeister der Kfz-Innung im Kreis Pinneberg, Rainer Hell.

Im Autohaus Hell & Kayser in Elmshorn beobachtet Hell das Verhalten der Kunden aus nächster Nähe „Es ist die Ausnahme, dass Nachzügler kommen, wenn der erste Schnee fällt oder es Fahrer auch mal vergessen“ , so Hell. In der Regel würden die meisten Reifenwechsel pünktlich zum Start der kalten Jahreszeit durchgeführt.

„Im Moment haben wir einen Vorlauf von 14 Tagen beim Reifenwechsel“, sagt Wiebke Schmelzer vom Rellinger Autohaus Dello. Man merke , dass Kunden bereits jetzt vermehrt die Reifen gewechselt haben wollen.

Ein wenig entspannter sieht es beim Autohaus Bunge in Bönningstedt aus. Eine Woche Wartezeit müssen die Kunden dort derzeit einplanen. „Die Leute sind sehr entspannt geworden und fragen rechtzeitig nach Terminen“, erklärt Mitarbeiter Sven Meyntz. Würde jetzt allerdings Schnee angekündigt werden, wäre es ganz schnell mit der Entspannung vorbei, ist sich Meyntz sicher.

Auch beim Autohaus Bergmann & Söhne mit Niederlassungen in Tornesch, Pinneberg und Elmshorn warten die Kunden derzeit „ eine knappe Woche“ auf einen Termin zum Reifenwechsel, sagt Kfz-Serviceberater Marco Kock. Die Kunden wüssten, dass Sommerreifen bei Temperaturen von dauerhaft unter sieben Grad an Haftung auf der Straße verlieren und kämen bereits seit Anfang Oktober zum Reifenwechsel in die Werkstatt.

Ein weiterer Grund: Seit 2010 verpflichtet der Gesetzgeber Autofahrer zu angemessener Bereifung im Winter. „Wir stellen fest, dass die Nachfrage seit Einführung der Winterreifenpflicht sprunghaft angestiegen ist“, sagt Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Verbands des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. Es sei ein deutlich wichtigerer Geschäftszweig geworden, inklusive dem Service der Einlagerung von jeweils nicht genutzten Sommer- oder Winterreifen in den Werkstätten – branchenintern auch als „Reifenhotels“bezeichnet.

Mit zirka 20 Euro müssten Kunden für einen Lagerplatz im „Reifenhotel“ rechnen – und würden sich damit die Schlepperei von schweren, manchmal wohl auch schmutzigen Reifen sparen, so Sontag.

Der einfache Reifenwechsel an sich sei manchmal bereits ab fünf Euro zu haben, oft werde ein Komplettpreis inklusive Wintercheck angeboten. „Der Kunde muss sich erkundigen, was die Serviceleistung beinhaltet“, betont Sontag. Der Kreis Pinneberger Kfz-Innungs-Obermeister Hell sieht 20 Euro als realistischen Startpreis für einen einfachen Winterreifenwechsel.

1000 Satz Winterreifen sind beim Reifendienst Uetersen eingelagert. „Wenn in Bayern eine Schneeflocke fällt, dann stehen sie alle senkrecht und wollen ihre Winterreifen“, weiß Seniorchef Heino Wiechmann aus Erfahrung. Um die 40 Kunden begrüßt er am Tag. „Wir vergeben keine Termine. Bei uns geht das so über die Bühne“, so Wiechmann. In einer guten Viertelstunde sei ein Reifenwechsel erledigt. Die Lebensdauer eines Winterreifens sieht Wiechmann bei fünf bis sechs Jahren. Weder der Gesetzgeber noch der Tüv setzten eine maximale Gebrauchszeit von Reifen fest, jedoch erhärte sich die Gummimischung mit der Zeit, die Haftung und die Elastizität verschlechterten sich. „Wenn er nicht porös ist und keine Risse aufweist, können Sie weiterfahren“, sagt er.

Theoretisch sei es auch erlaubt, im Sommer mit Winterreifen zu fahren, doch sei der Verschleiß der Reifen dann größer und die Fahrzeuge bräuchten aufgrund des Rollwiderstands mehr Benzin. Ganzjahresreifen seien ein Kompromiss, so Wiechmann. Vielfahrern rät er aufgrund des Verschleißes jedoch davon ab.

Wiechmann sieht es kritisch, die Reifen selbst zu wechseln. „Das ist technisch so kompliziert geworden und die Reifenvielfalt so groß“, sagt er. Die Radmuttern müssten mit einem vorgeschriebenen Drehmomentschlüssel festgezogen werden. „Da kann viel passieren“, warnt er selbsternannte Reparatur-Spezialisten.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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