zur Navigation springen

Deutschlands letzter Cowboy : Gunter Gabriel in der Stadtbücherei Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Liedermacher Gunter Gabriel liest in der Wedeler Stadtbücherei aus seiner Biografie und singt vor 100 Zuschauern seine großen Hits.

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2016 | 12:15 Uhr

Wedel | So bedient man seine Fans: Zirka 100 Menschen kamen in die Stadtbücherei am Rosengarten, um den Texter und Liedermacher Gunter Gabriel anlässlich seines als „Lesung mit Musik“ angekündigten Auftritts live zu erleben und ein paar unterhaltsame Stunden hautnah mit dem Unikum zu verbringen.

Der 73-Jährige ging gleich in die Vollen und war sofort mittendrin bei „seinem“ Publikum, das ihm auch seine fast halbstündige Verspätung kaum übelnahm. Als erstes berichtete der Show-Haudegen über seine Dschungelcamp-Eskapade. Von fehlenden Steckdosen und Feuermachen ohne Feuerzeug, von Prostata und Schlaganfall, von „Jenny, Helena und wie sie alle hießen“.

Spätestens da sprang der Funke über und das Publikum hing an seinen Lippen. Einmal in Schwung gekommen sprudelten seine lebenserfahrenen Weisheiten und Stories nur so aus ihm heraus. Zwischendurch immer wieder der Griff zu seiner Biografie „Wer einmal tief im Keller saß“. Darin viel Uneiteles, immer wieder Zotiges und manchmal auch Nachdenkliches, das der knorrige Vorleser aber schnell mit selbstironischem Lachen vertrieb. „Eigentlich wollte ich gar nicht so viel erzählen“, unterbrach er mit tiefer Stimme seinen Redefluss immer wieder, um gemeinsam mit musikalischem Mitstreiter Petr Rehak zu Gitarre zu greifen und die Zuhörer mit seinen Country-Songs zu belohnen. Mit 70er Hits wie „Ich fahr `n 30 Tonner Diesel“, „Ich werd‘ gesucht in Bremerhaven“ oder dem unvermeidlichen „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ begeisterte er die Gäste zum Mitsingen und Mitklatschen und zeigte, dass er noch lange nicht ans Aufhören denkt. „Wenn es nach mir ginge, kipp‘ ich auf der Bühne um“, so der Kommentar des 73-Jährigen.

Überhaupt das Alter. „Roy Black, Rex Gildo, Bernd Clüver. Alle tot“, sagte das Hitparaden-Urgestein kurz nachdenklich und mit einem lachenden „Aber ich lebe noch“ den Gedanken vertreibend. Er sehe sich selbst als letzten deutschen Cowboy, so der Johnny Cash-Freund, und liebe sein Land aus ganzem Herzen.

Offensichtlich machte Gabriel der Auftritt in Wedel riesigen Spaß. Immer wieder holte der Künstler Menschen aus dem Publikum zu sich auf die Bühne oder vors Mikrofon, um mit ihnen gemeinsam Songs zu spielen. Als nach über zwei Stunden dann doch Schluss mit der musikalischen Lesung war, gab es für die Fans noch Signets auf CDs und Büchern.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen