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Bahn-Lärmschutz in Halstenbek : „Güterzüge machen die Musik“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine 540 Meter lange Lärmschutzwand soll in Halstenbek ab Januar 2015 gebaut werden. Kritik gibt es am Messverfahren der Bahn.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Halstenbek | „Ich liege jede Nacht von 2 bis 4 Uhr morgens wach. Die Güterzüge rasen durch meinen Kopf.“ Oder: „Wenn ich meinen Rasenmäher anmache, höre ich ihn nicht mehr, wenn der Zug vorbeifährt.“ Diese dramatischen Schilderungen von Bürgern während des Infoabends der Deutschen Bahn in der Mensa der Schule an der Bek waren kein Einzelfall. Mehr als 200 Halstenbeker – Leidgeprüfte durch Güter- und S-Bahnzüge mitten durch den Halstebeker Ortskern – wollten Lösungen. Ob die geplante 540 Meter lange, drei Meter hohe Lärmschutzwand zwischen Hagenwisch und Bogenweg im Ortskern das probate Mittel für den Seelenfrieden sein wird?

Zweifel bei den zum Teil aufgewühlten Menschen blieben. Entsprechend schwer war der Stand von Sabine Müller von der DB Projektbau GmbH und Ingenieur Christian Krenz, die mit Sachverstand in Sachen Physik und Mathematik Berechnungsverfahren und schalltechnische Gutachten zu erklären versuchten. An der Realität vorbei, wie zahlreiche Bürger betonten. Niemand habe überhaupt einmal vor Ort in einem Garten südlich der Bahnlinie die Lärmbelästigung in Dezibel gemessen. Das seien alles theoretische, nicht reale Werte. Was Krenz eingestehen musste: „Seit 2008 werden Berechnungen durch Prognosen und Analysen erstellt. Bewertet wird immer der Mittel-, nicht der Spitzenwert.“ Krenz ist sich bewusst: „Güterzüge machen die Musik.“

Dass die Referenten nichts von der geplanten Abstellanlage für S-Bahnzüge wussten, sorgte für Stirnrunzeln in den Reihen. Dass die S-Bahn Hamburg und die Deutsche Bahn AG unterschiedliche „Baustellen“ sind, konnten viele nicht nachvollziehen. Auch Vorschläge, die Erschütterungen durch Puffer und Dämpfer abzumildern, musste Krenz im Keim ersticken: „Dafür gibt es kein Geld.“

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