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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 08:23 Uhr

Günter Kleinschmidt ist "Mr. SummerJazz"

vom

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Pinneberg | Mal eben so durch Pinneberg schlendern? Komplett unbehelligt und unerkannt? Nein, das kann Günter Kleinschmidt getrost vergessen. Er muss Hände schütteln. Worte wechseln. Antworten geben. Der 69-Jährige hat Spuren in der Kreisstadt hinterlassen. Und er hinterlässt sie noch immer. Jahr für Jahr. Kleinschmidt ist längst zu einem Stück Stadtgeschichte geworden, seit er 1996 auf die Idee kam, ein Musikfestival aus der Taufe zu heben. Eines, das 2013 seine 18. Auflage erlebt. Eines, das den Kreisstädtern vier heiße Tage im August beschert. Keine Frage: Dieser Mann ist "Mr. SummerJazz".

"Ja, man kann mich wohl den Gründungsvater nennen", sagt der 69-Jährige, bei dem die Fäden seit 18 Jahren zusammenlaufen. Bandauswahl, Bühnenstandorte, Verhandlungen mit Sponsoren - nichts geht ohne den Spiritus Rektor. Und wer diesen Mann erlebt, der spürt sofort das Herzblut, die Begeisterung, die er investiert. "Wir wollen mit unserem Programm vor allem das Publikum erfreuen, die Fachleute sind uns nicht so wichtig", beschreibt er sein Credo. "Und irgendwie haben wir es geschafft, jedes Jahr noch einen draufzusetzen."

Als Kleinschmidt Mitte der 90er Jahre die Entscheidung traf, ein Jazz-Fest auf die Beine zu stellen, war er noch mit zwei Bekleidungsgeschäften in Pinnebergs City vertreten. Und Vorsitzender der Pinneberger Kaufleute. Wenn er sich erinnert, kommt auch ein wenig Wehmut auf: "Viele der Musiker, die wir im Laufe der Jahre in unserer Stadt zu Gast hatten, weilen heute nicht mehr unter uns."

Und wie lange will der 69 Jährige, der kürzlich erst eine Jazz-Akademie für Pinneberg anschob, noch Vollgas geben? "So lange es mir Spaß macht", antwortet Kleinschmidt wie aus der Pistole geschossen. "Ich habe nicht vor, im kommenden Jahr aufzuhören." Sorgen müsste er sich im Falle eines Abschieds wohl nicht. Mit dem Pinneberger Kult-Pianisten Matthias Schlechter, selbst ein Kind und Preisträger des SummerJazz, hat Günter Kleinschmidt längst jemanden gefunden, der ihn tatkräftig unterstützt - und der sein Werk weiterführen könnte. Schlechter ist nur einer von vielen Helfern, die das Pinneberger Festival zu dem gemacht haben, was es heute ist. Ein viertägiger Musik-Marathon, der Jahr für Jahr 30 000 Fans aus der ganzen Region anlockt.

68 Mitglieder hat der von Kleinschmidt aus der Taufe gehobene Förderverein SummerJazz. Fast alles Musik-Verrückte, wie er selbst einer ist. Etwa 35 Ehrenamtliche helfen bei der Organisation des Festivals. Mit der Hamburger Blues-Ikone Tom Shaka hat der 69-Jährige einen musikalischen Berater an der Seite. Wie schon in den Anfangsjahren, als Kleinschmidt sich auf die Unterstützung des Pianisten Gottfried Böttger verlassen konnte: "Eine Zusammenarbeit, die ich sehr genossen habe", sagt er heute. Seine eigene Leidenschaft für den Jazz habe übrigens trotz der vielen Jahre nicht gelitten: "Meine Frau hat kürzlich gesagt, ich müsse meine CD-Sammlung mal ausdünnen." Das bringe er jedoch nicht übers Herz. Zu viele Perlen sind darunter. Zu viele Schätze und Erinnerungen. Auch an Künstler, die er selbst nach Pinneebrg geholt hat.

www.summerjazz.de

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