320.600 Euro für Pinnebergs Jugend : GSH, Club Nord und Komet sollen mehr Personal bekommen

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Im Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend ging es darum, 320.600 Euro für Pinnebergs Jugendarbeit zu investieren.

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend ging es darum, 320.600 Euro für Pinnebergs Jugendarbeit zu investieren.

Im Ausschuss wurde außerdem die Schaffung einer Streetworker-Stelle geplant.

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23. November 2018, 14:00 Uhr

Pinneberg | Sie waren am Mittwochabend alle gekommen: die Leiter der Pinneberger Jugendhäuser. Saim „Kasi“ Cetinkaya vom Jugendtreff Komet, Jens Schmidt vom Geschwister-Scholl-Haus (GSH) und Orke Schwänk vom Club Nord. Immerhin ging es im Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend im Zuge der Haushaltsberatungen darum, 320.600 Euro für Pinnebergs Jugendarbeit zu investieren.

Schließungen wegen Personalmangel

Die Verwaltung hatte in einer Vorlage erklärt, worum es im Wesentlichen geht: Alle drei Jugendhäuser haben zu wenig Personal. Beispiel GSH: Dort kommt es regelmäßig zu außerplanmäßigen Schließungen des Hauses. In der Regel sei eine hauptamtliche pädagogische Kraft vor Ort, was bedeutet, dass es bei Fortbildungen, Krankheit, betrieblichen Aufgaben außer Haus oder anderen Abwesenheitsgründen keine Vertretungsregelung gibt und das Haus geschlossen werden muss. Schmidt konnte das auf Anfrage unserer Zeitung bestätigen.

Die beiden Leiter der anderen Jugendhäuser sehen das ähnlich. Individuelle Beratungsgespräche für Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Angehörige sowie Mädchenarbeit und kreative Angebote können beispielsweise im Komet nur bedingt oder gar nicht mehr stattfinden. Um weiterhin ein qualitativ hochwertiges Angebot und eine möglichst individuelle Betreuung der Kinder und Jugendlichen anbieten zu können, ist die Aufstockung des Personals für den „Komet“ zeitnah erforderlich, fordert die Verwaltung.

Nur zwei halbe Stellen

Und Schwänk weiß zu berichten, dass täglich 70 Jugendliche den Club besuchen. Der Treff liegt neben dem Schulzentrum Nord. „Wir haben aber nur zwei halbe Stellen“, sagte er.

Doch geht es nach der Pinneberger CDU, sollen die Jugendhäuser 100  000 Euro weniger bekommen. Hintergrund: Der Etatentwurf für 2019 weist ein Minus von 8,8 Millionen Euro auf. Derzeit wird in den einzelnen Ausschüssen auch geschaut, wo noch Geld gespart werden kann.

Aber der CDU-Antrag wurde bei Stimmengleichheit im Ausschuss abgelehnt. Zuvor gab es Fürsprecher in der Politik für die Aufstockung des Personals in den Jugendhäusern.

„Die Jugendtreffs machen eine hervorragende und wichtige Arbeit“, betonte Ausschussvorsitzender Herbert Hoffmann (SPD). Auch Werner Westerhoff vom Kriminalpräventiven Rat (KPR) der Stadt Pinneberg brach eine Lanze für die Jugendeinrichtungen: „Der KPR spricht sich ausdrücklich für Jugendarbeit und Streetworker aus.“

Streetworker und FSJ

Tatsächlich soll von dem Geld auch ein Straßensozialarbeiter beschäftigt und eine Stelle im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres eingerichtet werden.

Ob es letztendlich dazu kommen wird, ist aber noch ungewiss. Denn diese Posten gehören zwar zu den 21,5 Arbeitsstellen, die die Verwaltung fürs nächste Jahr haben möchte. Kosten: 1,3 Millionen Euro. Die Politik hat aber bereits eine Überarbeitung gefordert. Somit müssen die Leiter der Pinneberger Jugendtreffs also noch bangen, ob die vollen 320.600 Euro im Haushalt 2019 bleiben.

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