Kreis Pinneberg : Grundstückspreise auf Rekordhöhe

Baugrundstücke für Eigenheime sind im Kreis Pinneberg erneut teurer geworden.
Baugrundstücke für Eigenheime sind im Kreis Pinneberg erneut teurer geworden.

Landesamt für Geoinformation präsentiert neue Bodenrichtwerte. Zone Quickborn III ist mit Steigerung um 34 Prozent Spitzenreiter.

shz.de von
09. Mai 2015, 15:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Grundstückspreise für unbebautes Land im Kreis Pinneberg gehen weiter in die Höhe. Gestern hat der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Pinneberg neue Zahlen vorgelegt. Spitzenreiter ist Quickborn-Heide. In der dortigen Zone Quickborn III kletterten die Grundstückspreise während der vergangenen zwei Jahre um 34 Prozent. „Das ist ein richtiges Pfund“, sagte Stefan Heesch, Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.

Durchschnittlich 190 Euro pro Quadratmeter waren für unbebautes Land zu bezahlen, wenn dort Einfamilienhäuser geplant waren. In Quickborn-Heide haben die Preise damit so stark angezogen wie nirgends sonst im Kreis Pinneberg. Werden jedoch die absoluten Quadratmeterpreise betrachtet, sind das Helgoländer Unterland mit 450 Euro und Schulau-Spitzerdorf in Wedel mit 340 Euro ungeschlagene Toplagen. Grundsätzlich gilt: Boden für Mehrfamilienhäuser sind noch teurer als für Einzelhäuser.

Kreisweit haben die Grundstückspreise 2013 und 2014 um acht Prozent zugelegt. Im Hamburger Speckgürtel – Wedel, Pinneberg, Schenefeld, Halstenbek, Rellingen, Ellerbek – waren es sogar zwölf Prozent. Eine Ausnahme macht Seeth-Eckholt. Dort sank der durchschnittliche Grundstückspreis um zwölf Prozent auf 110 Euro pro Quadratmeter. Auch in Klein Offenseth sank der Durchschnittspreis um 16 Prozent auf 80 Euro.

Vor allem während der vergangenen vier Jahre hätten die Preise stark angezogen. „Bis 2010 haben sie sich relativ konstant entwickelt“, sagte Heesch. Das Nord-Süd-Gefälle vergrößert sich nach Einschätzung der Gutachter zunehmend. Zwischen den Spitzenlagen in Wedel mit 340 Euro und Bokel nördlich von Barmstedt mit 70 Euro liegen Welten.

Bauland im Kreis Pinneberg: Stefan Heesch (l.) und Thomas Klesen haben die Durchschnittswerte ermittelt. (Foto: Thieme)
Bauland im Kreis Pinneberg: Stefan Heesch (l.) und Thomas Klesen haben die Durchschnittswerte ermittelt. (Foto: Thieme)
 

Mit drei Prozent leicht gestiegen sind auch die Preise für Gewerbegrundstücke. Während der vergangenen 15 Jahre sind sie jedoch relativ konstant geblieben. Deutlich gestiegen sind die Duchschnittspreise für Ackerland – von 1,90 Euro auf 2,60 Euro – und landwirtschaftliches Grünland – von 1,35 Euro auf 1,90 Euro.

Für ihr Gutachten haben die Ausschussmitglieder alle 2013 und 2014 abgeschlossenen Kaufverträge für unbebaute Grundstücke ausgewertet. Mehr als 800 Verträge wurden analysiert. Die Bodenrichtwerte sind somit keine Prognose oder Ergebnis einer Hochrechnung, sondern durchschnittliche Preise, die tatsächlich am Markt erzielt wurden. Die Zahl der analysierten Verträge hat von 1200 in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. „Genaue Ursachen dafür und für die Preisentwicklung ermitteln wir nicht. Aber die Zahl der Verträge ist ein Indiz, dass Bauland zunehmend knapp wird“, sagt Heesch. Alle Bodenrichtwerte sind in einem Geoinformationssystem gebührenfrei online einsehbar.

Wer die Bodenrichtwerte ermittelt, regeln das Baugesetzbuch und eine Landesverordnung. In Schleswig-Holstein werden Gutachterausschüsse gebildet. Per Vertrag hat der Kreis Pinneberg die Analyse in die Hände des Landesamts für Vermessung und Geoinformation in Elmshorn gegeben. Der Ausschuss besteht aus 16 ehrenamtlichen Mitgliedern wie Vermessungsingenieuren, Maklern und Architekten. Der Ausschuss legt alle zwei Jahre ein neues Gutachten vor.
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