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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 15:47 Uhr

Grundschule: Bärbel Pein hört auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

RuhestandLegendäre Lehrerin verabschiedet sich

„Hier liegen meine letzten Aufsätze“, sagt Bärbel Pein und zeigt aufs Sofa in ihrem Wohnzimmer. Die Wehmut in ihrer Stimme ist dabei nicht zu überhören. Das ist auch kein Wunder. Schließlich ist es seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil ihres Lebens, die Arbeiten von Schülern zu korrigieren und zu bewerten. Seit 1983 ist Pein bereits als Lehrerin an der Appener Grundschule. Am Ende des Schuljahres geht sie mit 64 Jahren in den Ruhestand. Ihre Abschiedsfeier ist für den 12. Juli geplant.

Die Arbeit war für die gebürtige Appenerin immer weit mehr als ein Job und sie für die Schule weit mehr als eine x-beliebige Lehrerin. Gut gelaunt, engagiert, hilfsbereit, kompetent, ohne Scheu vor deutlichen Worten – so schätzen sie Kollegen, Eltern und Kinder. Pein verbrachte fast ihre gesamte Berufslaufbahn in Appen. Ein Jahr in Heist, dann sieben Jahre in Hemdingen. Ansonsten unterrichtete die 64-Jährige nur in Appen. Der Wunsch, Lehrerin zu werden, entstand bereits in der Kindheit. „Ich wollte so werden wie meine Grundschullehrerin, die alle mochten und vor der niemand Angst hatte“, erinnert sich Pein. Sie studierte Sport und Englisch, unterrichtete aber bis auf Musik so ziemlich alle Fächer. „In der Grundschule sind Lehrer die Zehnkämpfer, die alles können müssen“, erklärt die Pädagogin schmunzelnd. Die Appener Grundschule begleitet sie fast ihr gesamtes Leben. Ihr Elternhaus stand auf einer Fläche, die heute zum Schulgelände gehört. Und seit 1979 wohnt Pein direkt neben ihrem Noch-Arbeitsplatz.

Klassenfahrten, Schulfeste – „ich hatte viele tolle Erlebnisse, an die ich immer wieder gern zurückdenke“, so Pein. Besonders die Aufenthalte im Pinneberg-Heim im dänischen Hejsager habe sie sehr genossen. In ihrem Heimatort kennt man Pein nicht nur als engagierte Lehrerin. Ratsherrin für die Appener FDP in der Gemeindevertretung, Schiedsrichter-Obfrau beim TuS Appen – die 64-Jährige setzt sich dort ein, wo sie gebraucht wird. Dazu vermittelt sie beim Kinderturnen den ganz Kleinen den Spaß an der Bewegung und kümmert sich auch bei den Ferienprogrammen der Gemeinde um den Nachwuchs. Ihre große Leidenschaft gehört dem Fußball. Sie spielte selbst und ist seit Jahrzehnten Schiedsrichterin. „Damit war ich in den 70er Jahren eine Exotin.“

Ihre zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten führt Pein im Ruhestand fort. „Ich finde es einfach wichtig, sich zu engagieren“, betont sie. Auch die Schule muss nicht ganz ohne sie auskommen. „Viele Schüler haben schon gefragt, ob ich in Zukunft weiterhin für sie da bin“, berichtet Pein, die sich über die Zuneigung freut. „Ich habe es immer geliebt, Kinder um mich zu haben und mit ihnen zu arbeiten.“ Daran werde sich nichts ändern. Dass Pein auch in Zukunft mitbekommt, was in der Grundschule passiert, ist sowieso sicher. Schließlich braucht sie dafür nur vor die Haustür zu gehen.

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