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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:15 Uhr

Grünes Licht für die Eröffnungsbilanz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

RatsversammlungMehr als zwei Jahre nach Einführung der Doppik hat die Tornescher Politik der Bilanz zugestimmt / Freude über Eigenkapitalquote

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Lange hat es gedauert, doch nun ist sie beschlossen: Die Eröffnungsbilanz der Stadt Tornesch auf den 1. Januar 2014. Darin wird ein Eigenkapital in Höhe von 35,5 Millionen Euro ausgewiesen, was einer Quote von rund 44 Prozent entspricht. Gute Nachrichten für die Stadt, da waren sich die Mitglieder der Ratsversammlung am Dienstagabend einig. Entsprechend gaben sie für die Eröffnungsbilanz einstimmig grünes Licht.

Nicht einig waren sich die Ratsmitglieder über die Frage, wieviele Ordner es letztlich waren, die es im Rahmen der Bilanzeröffnung zu bearbeiten galt. „Waren es dreieinhalb oder vier Meter?“, fragte SPD-Ratsherr Manfred Fäcke FDP-Fraktionschef Gunnar Werner augenzwinkernd. Fest steht allerdings: Das Pensum, das die Tornescher Verwaltung gemeinsam mit externer Unterstützung zu leisten hatte, war enorm. „Das ist eine Fleißarbeit. Wenn man die zu bewertenden Grundstücke ausdruckt, sind das 500 Seiten“, hatte Bürgermeister Roland Krügel (CDU) während einer früheren Ratsversammlung gesagt.

Lobende Worte und solche des Danks bestimmten entsprechend die Reaktionen der Lokalpolitiker. „Wir haben sehr gute Unterlagen vorgefunden“, sagte Artur Rieck. Der SPD-Politiker gehörte gemeinsam mit Manfred Fäcke, Andreas Quast (CDU) und Gunnar Werner dem Ausschuss zur Prüfung der Jahresrechnung an, dessen Aufgabe in der Kontrolle der von der Verwaltung vorgelegten Eröffnungsbilanz bestand. Auch Werner sprach von detailreichen Unterlagen. „Unter anderem war eine Krawatte, schwarz, mit 6,96 Euro angegeben“, sagte Werner. Für die CDU betonte Quast: „Wir sind froh und dankbar, dass die Arbeit geleistet wurde.“

Besonders erfreut zeigten sich die Ratsmitglieder über die Eigenkapitalquote von mehr als 40 Prozent. „Das ist ein erfreuliches Ergebnis. Darauf können wir aufbauen“, sagte Rieck. Quast sprach von einer „sehr schönen Eröffnungsbilanz mit einer guten Eigenkapitalquote“. Ratsherr Manfred Fäcke wollte zwar nicht von einem historischen, aber von einem besonderen Tag für die Stadt Tornesch sprechen. Und der Sozialdemokrat verteidigte zudem die grundsätzliche Entscheidung, von der Kameralistik auf die Doppelte Buchführung in Konten („Doppik“) umzustellen − also weg von den Zahlungsströmen hin zur Betrachtung des Ressourcenverbrauchs (siehe Info-Kasten). Denn nicht jeder in Politik und Verwaltung war mit der im Juni 2015 getroffenen Entscheidung einverstanden. So kritisierte Bürgermeister Krügel noch zu Beginn dieses Jahres, dass ohne Not und gegen seinen ausdrücklichen Rat auf die Doppik umgestellt worden sei. Die Wertermittlung und das Verfahren hätten die Stadt schon 250 000 Euro gekostet und hinter zusätzliche Erkenntnisse mache er ein großes Fragezeichen, sagte Krügel damals.

Diese kritischen Töne stimmte der Bürgermeister im Zuge der kurzen Diskussion über die Eröffnungsbilanz am Dienstagabend allerdings nicht mehr an. Stattdessen lud er die Anwesenden nach der Sitzung zu einem Glas Wein ein − denn am Vortag hatte Krügel seinen 65. Geburtstag gefeiert.

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