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Trauer in Halstenbek : Gründerin der Bürgerstiftung Bruno Helms gestorben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Sonnabend starb Annemargret Helms (82), Gründerin der Bürgerstiftung Bruno Helms. Millionen-Vermögen fließt in die Einrichtung.

Halstenbek | Das war wirklich typisch für Annemargret Helms: Noch auf dem Sterbebett im Regio Klinikum Pinneberg zog sie energisch die Fäden. So wie es die starke Frau aus Halstenbek ihr Leben lang immer getan hatte: Am Sonnabend starb die 1932 geborene Gründerin der eigenständigen Bürgerstiftung Bruno Helms im Alter von 82 Jahren. Ihr gesamtes Vermögen fließt in die Einrichtung.

„Stiften, Helfen und Fördern. Wir unterstützen und belohnen gemeinnützige Projekte, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen sind“. So heißt es in der Satzung der im Dezember 2001 mit ihrer Mutter Anna (1902-2003) ins Leben gerufenen Stiftung. Beate Büchner, stellvertretende ehrenamtliche Vorsitzende, war es, die Annemargret Helms bis zuletzt begleitet hat. „Ich musste ihr versprechen, dass ich mich um das Amt der Vorsitzenden bewerbe. Sie sah sich als hanseatische Kauffrau. Ihr Wort galt. So gilt auch meins“, sagte gestern Büchner mit bewegter Stimme.

Sie war nicht die Einzige, die am Sterbebett Helms ungebrochenen Willen und Ehrgeiz zu spüren bekamen. Pastor Norbert Dierks musste zu einem Termin erscheinen, den sie vorgab. Auch Linda Hoß-Rickmann musste ihr versprechen, dass sie sich für die Vorstandsarbeit zur Verfügung stellt. Halstenbeks Bürgermeisterin reagierte gestern traurig und mit großem Respekt vor der Person auf die Nachricht: „Es war ihr ein großes Anliegen, Gutes zu tun: In der Region und vor allem in Halstenbek. Ich habe Sie sehr geschätzt wegen dieses Engagements, aber auch menschlich.“

Bei der Bürgerstiftung Bruno Helms geht es um viel Geld. Das Startvermögen lag 2001 bei 150.000 Euro. Helms Vater, Kaufmann Bruno Helms (1925-1988), vermehrte sein Kapital mit den Holsteiner Werkstätten – die bis heute unter Leitung der Tochter existieren – sowie Immobiliengeschäften. Zuletzt konnte die Stiftung aus einer Summe von etwa 500.000 Euro schöpfen. Die Zinserträge fließen jährlich in Projekte, die Kinder und Jugendliche, Senioren und Behinderte unterstützen. Auch Tier- und Naturschutzvorhaben werden gefördert.

Die kinderlose Annemargret Helms (Vierte von rechts) hatte  immer gern Menschen um sich herum – wie hier bei der Vorstellung des zweiten Kunst- und Kreativmarkts im Oktober 2011. Die  Schirmherrschaft übernahm Linda Hoß-Rickmann (rechts).  (Foto: Vogel)
Die kinderlose Annemargret Helms (Vierte von rechts) hatte immer gern Menschen um sich herum – wie hier bei der Vorstellung des zweiten Kunst- und Kreativmarkts im Oktober 2011. Die Schirmherrschaft übernahm Linda Hoß-Rickmann (rechts). (Foto: Vogel)
 

Laut Büchner wird sich das Vermögen durch bestehende Immobilien vervielfachen. Für sie und ihre Vorstandskollegen, Steuerberater Hans-Peter Bockelmann und Helmuth Ahrens, bekannt als stellvertretender Bürgermeister und CDU-Ratsherr, bedeutet das, dass „wir uns neue, professionellere Strukturen überlegen müssen.“ Mit anderen Worten: Anwälte und Steuerberater müssen ins Boot geholt werden. Büchner weiß um ihre Verantwortung: „Wir müssen jetzt die Testamentseröffnung abwarten. Kurzfristig werden wir dann eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen.“

Die Vorsitzende in spe will versuchen, den Ansprüchen von Annemargret Helms gerecht zu werden: „Wer sie kannte, weiß, was wir verloren haben. Sie hatte immer einen hohen Anspruch an sich selbst und an andere. Und einen Hang zum Perfektionismus. Wir werden die Stiftung nach ihrem Willen fortführen.“

Die Trauerfeier für Annemargret Helms beginnt am Montag, 23. Februar, um 14 Uhr in der Rellinger Kirche. Die Beisetzung erfolgt anschließend im Familiengrab auf dem nahen Friedhof. Zwei weitere Termine – ganz im Sinne der Verstorbenen – stehen bereits fest: der 7. Halstenbeker Kleidermarkt vom 28. Februar bis 1. März, der 6. Kunst- und Kreativmarkt ist für die Zeit vom 24. bis 25. Oktober geplant.

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