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Premierenabend am Theater Schenefeld : Groteske Beziehungskomödie „Candlelight und Liebestöter“ überzeugt

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Birte Giesel und Klaus-Peter Fischer brillieren. 180 Theaterfreunde erschienen, um den amüsanten Verwicklungen und slapstickartigen Handlungssträngen beim Kampf der Geschlechter beizuwohnen.

Schenefeld | Das Theater Schenefeld hat am Premierenabend mit dem Comedy-Knaller „Candlelight und Liebestöter“ überzeugt. Bei der kabarettistischen Beziehungskomödie im Bürger- und Kultursaal zogen Giesel und Fischer als „Schatz“ und „Hase“ sämtliche Register. 180 Theaterfreunde erschienen, um den amüsanten Verwicklungen und slapstickartigen Handlungssträngen beim Kampf der Geschlechter beizuwohnen.

Regisseur Manfred Laudan und die Theater-Urgesteine Klaus-Peter Fischer und Birte Giesel bewiesen mit der Auswahl des Stückes von Sabine Misiorny und Tom Müller – im Theater-Jubiläumsjahr – eine glückliche Hand. Fischer wie Giesel zeigten sich äußerst textsouverän, sprachen ihre Monolog- und Dialogparts teilweise blitzschnell, um im nächsten Moment wieder langsamer zu werden, gekonnt kleine Pausen zu setzen. Sie ermöglichten es dem Publikum, köstliche Textpassagen, Zusammenspiel und pointenreiche Dialoge zu genießen. Das fortwährende Gelächter im Kultursaal sprach für sich. Nicht nur die Schauspieler, sondern auch die souveräne Regieführung Laudans sorgten somit für ein gelungenes Event.

Zum Inhalt: An einem lauen Sommerabend hockt die halbe Nation vor dem Bildschirm. Denn es läuft ein Länderspiel. Auch er, von ihr schlicht „Hase“ genannt, will es sich mit Bier und Chips vor dem Fernseher gemütlich machen. Doch zur gleichen Zeit steht ein romantischer Sonnenuntergang bevor, den sie, von ihm schlicht „Schatz“ genannt, unbedingt erleben möchte. Mit ihm natürlich. Und weil er keine Chance gegen sie hat, beugt er sich schließlich dem Schicksal, verzichtet auf Fußball – der Irrsinn nimmt seinen Lauf. Höhepunkt des Stücks ist die von Fischer schräg-komisch präsentierte Striptease-Szene.

Beim Gerangel zwischen den Geschlechtern fehlte kein zweideutiger Scherz. Nicht nur die mitunter grotesken Mono- und Dialoge, sondern auch Accessoires – darunter ein übergroß-altmodischer Rüschenschlüpfer und ein rotes Kondom mit Auge – sorgten für Kopfkino.

Giesel setzte die Pointen treffsicher

Der vielen von seiner Rolle als „Rainman“ bekannte Fischer bewies, dass er nicht nur tragische – sondern auch lustige Charaktere überzeugend verkörpert. Giesel setzte die Pointen ebenfalls treffsicher. Beide Schauspieler spielten sich gekonnt die Bälle zu, um sie im Gegenzug schnell wieder zurückzuschmettern.

Besonders die Leistung von Giesel ist beachtlich. Sie steht derzeit schon für die Proben als „Sams“ für das Weihnachtsmärchen auf der Bühne. Dabei ist sie weniger mit romantischen Sonnenuntergängen als dem Anknabbern von Stuhlbeinen beschäftigt.

Weitere Aufführungstermine sind am 16. und 17. Oktober jeweils um 19.30 Uhr, 18. Oktober um 18 Uhr. Karten können bei Michael Matthiesen von 15 bis 18Uhr unter Telefon 04101/606141 reserviert werden.

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erstellt am 12.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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