Bauernhof im Kreis Pinneberg : Großfeuer in Haseldorf: Toter gefunden

Das Blech des Dachs wellte sich durch die starke Hitze.
1 von 3
Das Blech des Dachs wellte sich durch die starke Hitze.

Mehrere Hunderttausend Euro Schaden. Die Kriminalpolizei ermittelt. Die Feuerwehr konnte zahlreiche Tiere retten.

shz.de von
21. Februar 2016, 16:30 Uhr

Haseldorf | Nach dem Brand eines Wohn- und Stallgebäudes in Haseldorf bei Pinneberg ist am Sonntagabend ein Toter in den Trümmern des Gebäudes entdeckt worden. Zur Identität des Mannes machte der Kreisfeuerwehrverband keine Angaben. Das Wohn- und Stallgebäude war aus noch ungeklärter Ursache in Flammen aufgegangen. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei Pinneberg zur Brandursache. Der gefundene Leichnam ist der Gerichtsmedizin in Hamburg überstellt worden. Der Gebäudeschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf etwa 200.000 bis 300.000 Euro.

Rund 150 Einsatzkräfte kämpften gegen das Feuer. Am Abend wurde jedoch nicht damit gerechnet, dass das Haus gerettet werden kann. Die Feuerwehrleute konnten aber den Tierbestand von 15 Rindern und Pferden in Sicherheit bringen, wie der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mitteilte.

Die Flammen breiteten sich im gesamten Gebäude aus.
Kirsten Heer
Die Flammen breiteten sich im gesamten Gebäude aus.

Haseldorfs Wehrführer Ingo Wittke war gegen 15 Uhr alarmiert worden. Noch auf dem Weg zum Einsatzort mobilisierte er Kräfte weiterer Feuerwehren. Denn ein grauer Rauchpilz war schon von Weitem zu sehen. Etwa 120 Retter aus Haseldorf, Haselau, Hetlingen, Wedel und Uetersen waren viele Stunden lang im Einsatz.

Die Haseldorfer Wehrleute suchten zuerst nach Menschen im Inneren des Wohnhauses. Parallel retteten andere Kräfte aus den Stallungen 15 Rinder und Pferde. Beide Aktionen mussten sie abbrechen, weil das Feuer immer intensiver wurde, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Viele Kräfte aus der Umgebung wurden zum Einsatz gerufen.
Feuerwehr
Viele Kräfte aus der Umgebung wurden zum Einsatz gerufen.

Zu retten ist das Gehöft trotz des großen Einsatzes nicht. „Das ist der größte Einsatz seit sechs Jahren“, sagt Wittke. Das alte Backsteingebäude ist nach seinen Schätzungen etwa 500 Quadratmeter groß. Um an den Dachstuhl heranzukommen, wurden die Drehleitern der Feuerwehren Wedel und Uetersen benötigt. Das Löschwasser wurde aus dem alten Hafen sowie aus dem hinter dem Deich gelegenen Angelteich gepumpt.

Die Löscharbeiten waren auch deshalb schwierig, weil das Dach mit Wellblech eingedeckt war. Dieses hielt die Hitze im Gebäude und wies das Löschwasser ab. Nach etwa 40 Minuten brach der First des Hauses oberhalb der Stallungen herunter und das Blech fing an zu schmelzen.

Zahlreiche Anwohner beobachteten die Rettungsarbeiten sowohl vom Deich als auch von der Straße und von umliegenden Grundstücken aus. Unter ihnen waren der ehemalige Bürgermeister und Amtsvorsteher Heinz Lüchau (CDU) mit seiner Frau Margret und Amtsvorsteher Rolf Herrmann (CDU). Die Häuser der Nachbarn und des Hofbesitzers, der ein Haus hinter dem abgebrannten Gebäude bewohnt, wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Große Erschütterung war den Umstehenden anzusehen. Der 24-jährige Nachbar Kevin Voß sagte bestürzt: „Ich bin fassungslos.“

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen